— 146 —
Erkundigungsritt von Nehoboth bis nach Gibeon vorgedrungen. Die nächsten kleinen Stationen wurden aufgesucht, und mitten durch den Feiud brachte die Schar allenthalben die langersehnte „Hilfe". Über verwüstete Farmen hin gelangte man auch zur Station „Falkenhorst", — mit einigen Picken und Schaufeln, um deu Totgesagten die letzte Ehre zu erweisen. Aber wer wäre wohl imstaude, die Freude zu beschreiben, als ich dem Patrouillenführer vorschriftsmäßig die Station melden konnte. Und wer von deu harten Kriegern hätte nicht ein stilles Dankgebet gesprochen?
Dammköhler,
Sergeant der Kaiserl. Schntztruvpe f. D.-Südwestafrika, 2. Feldsignal-Abteilung, z. Zt. Chamis (Post Keetmannshoop).
>? 5
Aus dem Gefecht bei Aob (Große Karrasberge).
10. Mürz 1905.
Froh, endlich den beinah' legendenhaft gewordenen Morenga in seinem als un- überwindlich geltenden Felsenhorst, den Karrasbergen, die deutschen Waffen fühlen lassen zu können, war die Kolonne Kirchner, welche mit den Abteilungen von Kamptz, von KopPY und von Lengerke unter dem Oberbefehl des Oberst Deimling stand, am 4. März von Keetmannshoop ausgebrochen uud den weithin sichtbar werdenden Karrasbergen zu marschiert. Die Abteilung bestand aus zwei Jnfanteriezügen unter den Leutnants Fürbringer und Beermann, sowie aus eiuem Zug der 9. Batterie unter Leutuaut d. N. Wolff. Als Detachementsführer fungierte Hauptmann Kirchner, dem als Landeskundiger Leutnant a. D. von Quitzow, ein schon im Bureukriege erprobter alter Afrikaner, beigegeben war. Am 6. März traf noch ein Zug Maschinengewehre der 2. Abteilung unter Oberleutnant Freiherrn Grote (zugeteilt Oberleutnant z. S. Schneider) als Verstärkung
bei der Abteilung Kirchner ein. lim den von Oberst Deimling gegebenen Befehl, am 11. März 1905 das Lager Morengas bei Narudas angreife!? zu können, auszuführen, wurde flott marschiert. In dem täler- und schluchtenreichen Gelände wurden bei der glühenden Sonne an Menschen und Tiere die größten Anforderuugcu gestellt. Auch machte sich der Maugel au Wasserstellen sehr bemerkbar. Am 9. März 1905 erreichte dav Deta- chement die Wasserstelle Kosis. Am 10. brach es mit größter Porsicht uud peinlichster Marschsicherung in der Nichtung Gaitscnues (an der Pad nach Narudas) auf. Bis gegen Mittag ging der Marsch ohne jede Störung vor sich, auch das Gelände wurde flacher, nur ab und zn mußte die Truppe tieseingeschnittene, trockene Flußriviere Passieren. Ein dichter Heuschreckenschwarm verdunkelte die Gegend. „Grade wie bei Hamakari," meinte ein alter Schutztruppler, der beim Waterberg dabei war, „nun wird's wohl bald losgehn!" Um 3 Uhr Oberleutnant Freiherr Grote. erreichte die Spitze eine Fläche, zirka 800 Meter