— 135 —
Hauptmcmn Kirchner und Leutnant Fürbringcr, nnd 26 Verwundete —), während der Nacht in kurzer Zeit eine große Strecke in fast ungangbarem Gelände zurückzulegeu, um unseren beiden Abteilungen, welche von Süd nnd West anrückten, entgegenzutreten. Durch die zahlreichen Grasbräude auf dem hohen, flachen Plateau westlich der Narudasschlncht versuchte Mo- reuga unsere Westabteilung am schnellen Vormarsch am 10. März zu verhindern und Zeit zu gewinne», mit jeder Abteilung einzeln abzurechnen.
Die angelegten Grasbrände erloschen jedoch infolge Mangel an Nahrung bis zum 11. März früh und ermöglichten somit einen weiteren Vormarsch unserer Wcstabteiluug, die ebeu zu rechter Zeit in Narudas eiutraf, als Morenga mit seiner Hcmpttruppc mit der Abteilung von Koppy in ein Gefecht verwickelt war. Der Widerstand der Hottentotten, die unserer West- abteilnug am NordauSgaug der Narudasschlucht entgegentraten, war nach wenigen Stunden gebrochen, wobei die Lage für Morenga und seine vereinigten Kriegsleute sehr kritisch wurde.---
Der weitere Vorstoß der Abteilung vonKamptz am Mittag des 11. März mit der Linksumfassuug der Kompagnie von Stockt brachte durch den Rückangrifs, der gegen die Abteilung von KopP» kämpfenden Morengaleute eine Wendung, welche für Morenga und sein ganzes Volk verhängnisvoll wurde, da sein ganzes Lager zwischen zwei Feuer kam.
Durch dieses Zusammenwirken unserer beiden Abteilungen gelang es, die ganze Habe Morengas, nahezu 8000 bis 10000 Stück Vieh, 25 teils gesattelte Pferde, drei Wagen und nahezu 100 Weiber, in unsere Hände zu bekommen-----.
Sofonias Theus,
Sergeant Sofonias Theus.
ehem. Sergeant der Kaiser!. SchntztruPPe f. D.-^üdwestafrita.
Aus der Spur Morengas.
i.
„Morenga ist verschwunden!"
Am 26. April 1905 bei Ganams in den Großen Karrasbergen.
„Morenga ist verschwunden!" Wie ein Lanffeuer ging die Nachricht durch das Lager! Die Ostertage wareu vorüber, uun sollte von neuem das Blutvergießen beginnen! Uns war das ja gleich, denn ohne eine Kugel Pfeifen gehört zu haben, wollte keiner in die Heimat zurückkehrcu. — Unsere Kompagnie bekam den Auftrag: „Durch eine stärkere Patrouille den Verbleib des Gegners feststellen!" Um 3 Uhr früh rückten wir ab, 30 Gewehre stark, unter Führung des Herrn Leutnants von Detten.
Durch Klippengeröll, über Berge und Täler ging der Weg, sehr oft mußte abgesessen »nd geführt werden. Schon nm 8 Uhr erblickten wir östlich von uns auf etwa drei Kilometer Entfernung eine Anzahl feindlicher Feuer. Eine Meldung wurde sofort ans Detachemeut geschickt. Wir dagegen rückten noch einige 100 Meter vor und sattelten ab, um die Tiere