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Der große Angriff.
Am 5. März früh sollte es loSgehen, so hatte unser Oberst und Regimentskommandeur Deimling seinen Reitern befohlen, die um die Gros;en Karrasberge Aufstellung genommen hatten, um der Räuberbande, die unter Führung von Kapitän Morenga sich in der Narudas- schlucht festgesetzt, das Licht auSzublaseu. Nach längerem Stillstand der Operationen, zu welchem unsere Truppe infolge Mangel an Lebensrnitteln und Munition gezwungen, war der Jubel unserer Reiter groß, unn endlich an den Feind zu kommen. Zu Fuß erstieg unsere Westabteiluug, der sich unser Oberst Deimling angeschlossen hatte, das riesige, wildzerklüftete Gebirge bei Garub, um sich am 11. März mit den andern drei Abteilungen in Narudas zu verewigen.
Die Reittiere und Wagen mußten am Fuße des Gebirges zurückbleiben, da in dein ungangbaren nnd weglosen Gelände ein weiteres Reite» uud Fahren nicht möglich war. Nur wenige Pserde und Tragetiere, auf welche das Notwendigste verpackt war, konnten mitgenommen werden.
Plötzlich, ganz unerwartet zum Fußvolk gestempelt, erkletterten unsere Reiter den ersten Gebirgskamm unter unsagbaren Schwierigkeiten und erreichten am Abend das hohe Plateau, auf welchem die Hottentotten große Grasbrände angelegt hatten, um unsere Abteilung am schnellen Vorrücken aufzuhalten. Dort wurde Ruft gemacht. Der Feind war, wie es schien, ganz nahe. Unser Kompagniechef, von Stocki, instruiertei „Kerls," sagte er, „paßt mir auf und geht drauf los wie einst Blücher, wenn möglich, legt im Gefecht,
wenn es der Sonnenbrand erlaubt---den Hut eiuen Meter neben euch auf eiue
Klippe, so daß er von den Hottentotten gesehen wird, nnd diese nur deu Hut unter Feuer uehmen."
Gegen 3 Uhr früh, als die GraSbrände erlöscht waren, wurde der Marsch wieder sortgesetzt. Um 10 Uhr kamen wir an den Feind, der uns am NordauSgang der Narudas- schlucht mit einem Hagel von Geschossen überschüttete.
Schon nach wenigen Minuten waren uusere Kompagnie sowie die Geschütze in reger Tätigkeit uud entsandten den Eiscnhagel nach dem Rand der Schlucht, welcher vom Feind stark besetzt war. Nachdem die feindliche Front längere Zeit heftig beschossen, wnrde der starke Widerstand der Hottentotten gebrochen, nnd die ganze Abteilung setzte im Sturm zur Verfolgung ein.
Nach einer erfolgreichen Umgehnng, die uusere Kompagnie vou Stockt auf dem linken Flügel ausführte, wurde der Widerstand der Hottentotten bald gebrochen.
Bei der Verfolgung hatte unsere Kompagnie zahlreiche tiese Querschluchten zu überwinden, wobei es im Lause des Mittags noch zu ernstem Scharmützel kam mit dem in den östlichen Schluchten abziehenden Feinde, der sich in wilder Flucht, unter Zurücklassung seiner Viehherden, davon machte.
Am Abend erhielt ich von meinem Kompagnicchef, von Stocki, noch einen Auftrag an den Regimentsstab, den unsere Kompagnie am Mittag verlassen hatte.
Als zu dieser Meldung an unseren Kommandeur ein Reiter gesucht wurde — auf die Aufforderung nach Freiwilligen hatte sich nur ein Reiter gemeldet — wurde mir dieser Dienst zuteil, woraus ich uoch stolz biu. Trotz aller Ermüdung hielt mich mein Kompagniechef zu weiterem freiwilligen Dienste für geeignet; und feste Willenskraft half dann auch weg über alle Müdigkeit.
Erst spät erreichte ich das Lager vom Regimentsstab, wo ich die mündliche Meldung unserem obersten Führer — Deim ling — überbrachte, der mit Major von Kamptz zusammen war.