Druckschrift 
Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika / nach persönlichen Berichten bearb. von Friedrich von Dincklage-Campe. Mit zahlr. Portr. und Ill. nach Orig.-Photogr. und Zeichn. von C. Becker ...
Einzelbild herunterladen
 

128

Vor uns brannten 30 Feuer!"

Gefecht bei Leukop-Bisseport, 19. Mai 1905.

Am 13. Mai 1905 kam von unserm Hauptmann Anders, der nach dem etwa 50 Kilo­meter entfernten Dawiguab (hier lagen außer dem 2. Zug unserer 11. Kompagnie noch zwei GebirgSgeschütze der 9. Batterie unter Hanptmann Winterfeldt) geritten war, der Befehl, daß eine Patrouille vou 22 Mann mit zehntägiger Verpflegung nach Hasuur über Dewenischpütz, Plattbecu, Kais abgehen soll, um einen für unser Detachement bestimmten Pferdctransport, den Hauptmann Siebert von Keetmannshoop aus leitete, in Empfang zu nehmen und nach Dawignab zu bringen. Leutnant von Detten war als Patrouillenführer bestimmt. Ich war als SanitätSunteroffizicr der Patrouille zugeteilt. Da wir sehr weuig Pserde hatten, wurde der größte Teil der Patrouille mit Maultieren beritten gemacht, deren störrisches Wesen sehr oft zu unfreiwilligen, komischen Borfällen Veranlassung gab. Am 13. Mai rückte denn die Patrouille vou Hudab ab. Wir ritten am 13. bis nach Sonnen­untergang nnd lagerten an der Pad; heute durften wir noch Feuer aumachen. Am 14. rückten wir über Dewenischpütz und Plattbeen in der Richtung nach Kais vor. Nichts ließ auf die Nähe von Hottentotten schließen. Ungefähr 5 Kilometer südwestlich Kais ließ Leutnant

von Detten haltmachen; die l"'U"^l»umn,> Tiere wurden gefesselt und

weideten' in nächster Nähe des Lagers. Wir wachfreicn Leute legten uns, den Sattel als Kopfpolster, wie schon so oft, zur Ruhe nieder; denn mit TageSgranen sollte der Ritt weitergeheil. Am 15. wurden wir von der Wache geweckt. Kaum 1000 Meter vor uns brannten zirka 30 Feuer, die mir von Hottentotten her- A^-^sN/rl, rühren konnten, da der nächste ^ Militärposten, eben unser De-

^ tachement, 80 Kilometer ent­fernt war. Sergeant Nagel und Gefreiter Grotb/) schlichen sich ans feindliche Lager und brachten die Mel­dung, daß es eine Bande von 180200 gut bewaffneten Hottentotten war, die viel Vieh bei sich hatte. Wir ^ ^ > ^« wunderten uns nach dieser

. -V^v^"" Nacht oft, daß unsere Maul-

^ L>oNc.^k«-^ ! tiere, die gewöhnlich, wenn

Sllzze des Gefechts dei Leuluv, w. M-Ii I9VS. sie etwas hören, in ein

l) Gefreiter Groth, später zum Unteroffizier befördert, starb anfangs 1006 im Lazarett Ramans- drift an Typhus.