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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika / nach persönlichen Berichten bearb. von Friedrich von Dincklage-Campe. Mit zahlr. Portr. und Ill. nach Orig.-Photogr. und Zeichn. von C. Becker ...
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II. Klasse dekoriert

Kampf wurde

Dieser Satan soll die Berwnuduug unseres ^cutnants mit dem Lebeu bezahlen!" Ein Schuß aus meinem Gewehr, und der Feind fiel, durch den Schädel getroffen, tot zn Boden. Die Nichtuug des tödlichen Schusses bemerkend, richtete der Feind seine Ge­wehre gegen die Stellung, in welcher ich mich befand, und kurz darauf erhielt auch ich eiueu Schuß durch die linke Schulter, welcher mich kampfunfähig machte. Durch die Verwundung und zweitägiges Dursten war ich fast dem Tode nahe, Herr Major Meister aber, der in unmittel­barer Nähe seiue Befehle erteilte, bemerkte meine trost­lose Lage nnd reichte mir seine Feldflasche mit den Worten:Hier, mein Sohn, trinke den Rest meines Wassers!" was ich auch gierig mit eiuem Zuge tat. Das Gefecht dauerte noch am nächsten Tage weiter, der Feind mußte dem Stnrmaugrifs der nur noch kleinen Schar der Abteilung weichen und gab die Wasserstelle frei, ich von Sr. Majestät mit dem Militärehrcnzeichen

Paul

Jarvn,

ehemaliger Reiter der Kaiserl. ^chutztruppe f. D.-Tüdwestasrika.

Bei Gawachab.

5. Mai 1906.

Am L.Mai 1906, abends gegen 11 Uhr, kam ich bei der Kompagnie in Gawachab an. Ich wurde vom Konwagnicführer, Oberleutnant Crnse, nnd dem Arzt der Kompagnie, Oberarzt Dr. von Haselberg, sehr liebenswürdig empfangen. Ich war außer dem Kompaguie- führer der einzige Offizier bei der Kompagnie. Leutnant von Meien war mit den Wagen zurückgeblieben, und Leutnant Daubenkropf kurz vorher erkrankt.

Am Abend meiner Ankunft war prächtiger Mondschein; das Tischchen, an dein wir aßen, stand dicht an der von Dornengebüsch umwachsenen Wasserstelle, in der sich der Mond spiegelte. Wir saßen noch lange zusammen, und es war sehr gemütlich.

Vom Feinde wußten wir nur, daß er in den Kleinen Karrasbergen stand. Die Patrouillen hatten bis zu unseren Nachbarpostieruugeu, Nanebis nördlich, Holoog (auch Hoamus genannt) südlich, in den letzten Tagen keine frischen Spuren gefunden.

Der nächste Tag war herrlich. Die Kleinen Karrasbergc, in Wirklichkeit über 30Km entfernt, schienen lanm 5 Km entfernt zu sein. Vormittags erlegten wir noch einige Tauben, deren es sehr viele gab, und hatten dadurch eine sehr angenehme Abwechslung im Mcnu unseres Mittagessens. Als die Pferde und Esel zur Tränke kamen, wunderte ich mich über ihr frisches Aussehen. Trotz der Märsche, die hinter ihnen lagen, waren sie alle rund nnd glatt. Der Tag ging zu Ende, ohne daß wir etwas Neues vom Feinde gehört oder gesehen hätten.

Am 4. Mai 1906, nachmittags, sahen wir auf der Ebene zwischen uns uud den Kleinen Karrasbergen eine Staubwolke, die sich mit großer Geschwindigkeit auf uns zu zu bewegen schien. Der auf den benachbarten Klippen stehende Posten hatte noch nichts gemeldet. Die