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Dann aber kam von drei Seiten Feuer, man wußte kaum woher; denn sehen konnte man den Feind nicht. Also Übersicht bekommen, daher schnell vvlleuds hinauf. Eben fiel an meiner Seite mein Nebenmann und Freund Sigl, eiu Bayer, er war durch den Leib geschossen — aber nur mußten vorwärts — vollends auf die Hohe, Etwa 300 Meter mochten wir gestiegen sein, dann lag das Plateau in 200 Meter Breite vor uns. Sofort verteilte uns Oberleutnant Freiherr von Fürsten- berg — aber 20 Mann auf die Ausdehnung, in dem Gelände —. Das schien anfangs schlimm; denn der Feind hatte die Koppjes besetzt, die über die Hohe hinausragten — 50 Meter höher. Wir deckten uns, so gut es giug, uud nahmen das Feuer auf; denn erstürmen ließen sich die Koppjes uicht, dazu hatten sie zu steile Hänge. So lagen wir denn im Feuer — bis in den späten Abend. Aber wir mußten wohl gut geschossen haben! Ich selbst hatte eine gute Deckung ganz vorn gefunden und — na, ab und zu konnte ich so einen schwarzen Kopf über dem Gestein gegen den Horizont erkennen und dann — nun — dann ließ ich eben Funken fliegen. Immer schwächer wurde des Feindes Feuer, und etwa um 8 Uhr hörte es ganz auf — der Platz gehörte uns. Wir ginge» vor — wir suchten den Kampfplatz beim Mvndenschein ab. Noch drei Kameraden fanden wir, die waren tot. Nachts blieben nur auf dem Platze, und am 3. Oktober, morgens, nahmen wir unsere Toten mit — die Gefreiten Wallner, Braun und Stahl — nach Wasserfall, auch den armen Sigl trugen wir mit. Er sollte am folgenden Tage seinen Wunden erliegen. Die gefallenen Helden begruben wir bei Wasserfall. Oberleutnant Freiherr von Fürstenberg sprach ergreifend am Grabe: „Ehret das Andenken der- braven Deutschen, die auf afrikanischer Erde für Deutschlands Ehre fielen — als Helden!"
Gaertner,
ehem. Reiter der 2. Ersatzkompagnie der Kcnserl. Schutztruppe f. D.'Südwestafrika.
F-ür sein tapferes Verhalten vor den Koppjes im feindlichen Fener erhielt Gaertner das Militär- ehrenzeichcn II. Klasse. D. H.
Kritische Lage.
„Erschießen lassen von den schwarzen Lumpen oder verdursten?"
Es war am Abend des 15. Mai 1905, wo ich mit dem 3. Geschütz der 5. Batterie (ein Offizier und sieben Mann) zur Besetzung der Wasserstelle Haruchas kommandiert war, als gegen 11 Uhr ein Heliogramm aus Gochas kam, daß sofort der Unteroffizier mit drei Mann von uns wegreiten sollte, nm Spuren der wahrscheinlich nach dem Anvbtal gezogeneu Hottentotten festzustellen. Als Zielpunkt war uns eine wasserlose Stelle, Huuirob, gesetzt, ungefähr 50 Kilometer. Da ich bereits diese Gegend durch Patrvnillenritte kannte, so wnrde mich ich kommandiert. Frohen Mutes ging es los, gegen 2 Uhr nachts kamen wir an die