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Aus Hauptmann Frankes Zug.
i.
Osona-Otjirmnlni, 16. März. Otjnmn, 19. März 1904.
Am 16. März nachmittags nach Inständigem Marsch stieß bei Osona-Otjirnmbn die Spitze der Kolonne unerwartet ans feindliche Hereros, die in kunstvoll angelegten, den spähenden Blicken der Reiter unsichtbaren Schützengräben sich versteckt hatten. Die Hereros ließen die Reiter vorbeiziehen und versuchten sie zu umzingeln und abzuschießen.
Aus die fallcndcu Schüsse sauste die Kolouue im rasende» Galopp zur Stelle und ging mit einer Geschwindigkeit, die jeder Beschreibung spottet, in Gefechtsformation.
2. Kompagnie rechten Flügel, 4. Kompagnie linken, Artillerie im Zentrum, „Mit Kartätschen geladen!" nnd brrr! —mähten die Kugeln durch Gras, Busch uud Feind. Wir stürmten sofort, und eins — zwei — drei — war die Stellung genommen. Zwei der Spitzenreiter büßten hierdurch ihr Leben ein.
Am 19. März (Gefecht in Otjinan) folgte die ganze Abteilung den Spuren des Feindes. Unterwegs fielen der Kolonne zwei Gefangene in die Hände, — Kundschafter, die etwas unvorsichtig gewesen waren, Nachtlager wie gewöhnlich im Freien.
Auf dem Marsche wnrden der Spitze Eingeborene (Offizierburschen) zugeteilt. Der Eingeborene sieht mit anderen Augen als der Weiße, entdeckt leichter und früher, namentlich da, wo es sich um seine eigene Schliche uud Kuisfe handelt. Dies der Grund,
Deu Feind wußteu wir in der Nähe, und es prickelte jedem in Händen und Füßen, wieder nähere Bekanntschaft mit ihm zu machen nnd ihn auf seine Widerstandsfähigkeit zu prüfen.
Es sängt schon an zn dämmern. Da — in einiger Entfernung, brüllten Rinder uud blökten Kälber, Um jegliches Geräusch zu vermeiden nnd den Anzug der Kolonne nicht zu verraten, geht's im Grase links und rechts vom Wege dahin. Pnstcnde Pferde bekommen leichte Handschläge auf den Nacken, das gegenseitige Zuverstehengeben besteht lediglich in pst! pst! — nur Lispeln, keine lauten Worte. Die Spitze bringt die Meldung: Da sind sie! — und da waren sie.
Die brennenden Fener zeichneten die Größe der Werft. Ahnungslos waren die Hereros zum Teil mit dem Einkralen der Rinder nnd mit Melken beschäftigt, zum Teil saßen sie schwatzend vor den Pontoks. Die Kolonne hatte sich still nnd unbemerkt herangeschlichen. Jetzt wnrde die Werft unter Hurrarufen gestürmt. Was Widerstand bot, wurde ein Opfer des Bajonetts. Und mit welcher Eile und Hast wurde die Werft geräumt. Es hieß Aupuka! (Ausreißen). Die Beute betrug etwa 850 Rinder und Kleinvieh.
Die Kolonne erhielt Befehl, nach Okahaudja zu kommen. Die Abteilung unter Major von Estorff wurde aufgelöst und der in Bildung begriffenen Hauptabteilung unter Oberst Leutwein einverleibt.
II.
Bei Onganjira, 9. April 1904.
Am 9. April, 5 Uhr morgens, marschierte die Kolonne aus dem Biwak ab. Etwa 11 Uhr marschierten wir, die 2, Kompagnie, im Galopp vor und erhielten unerwartet ein höllisches Feuer. Es wurde sofort abgejesseu, Pferde in Deckung und die Frout nach dem Dickicht genommen. Da ging es recht heiß her. Der Feind erhielt Nachschub aus Owiumbo, einige hundert Kämpfer zur Verstärkung desselben. Wie sollte der Tag noch enden?
Alle Art Gattungen Schießprügel knatterten „schauerlich schön".