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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika / nach persönlichen Berichten bearb. von Friedrich von Dincklage-Campe. Mit zahlr. Portr. und Ill. nach Orig.-Photogr. und Zeichn. von C. Becker ...
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hinan, den wir keuchend und pustend erklimmen. Oben angelangt, sehen wir von rechts die übrigen Züge der Kompagnie den Feind treiben, und nun kommt das Schönste: das Verfolgungs­feuer, Aber viel Treffer waren wohl nicht zu verzeichnen; denn wir waren so außer Atem, daß die Gewehre zitterten uud schwankten. Dann schnell ein Sammeln, bei dem wir leider wahrnahmen, daß die Hälfte des Zuges geblieben. Zu Fuß geht's hinter dein schnellen Feinde her, da unsere Pferde wegen des schwierigen Geländes nud des mörderischen Feuers nicht hatten nachgeführt werdeu können. Ungefähr zu derselben Zeit wurde der rechte Flügel des Feindes gestürmt und aufgerollt, in der Mitte rückte die Artillerie, trotzdem sie scharf beschossen wurde und große Verluste hatte, vor, und damit war der Tag entschieden: der Sieg war unser. Große Verlnste hatte er dem Feinde gebracht, aber auch wir hatten schwere, bedauerliche Opfer bringen müssen, und während wir weiter vorgingen, suchten die Kameraden die Toten uud Sterbcuden oder Nerwuudeten. Bei der Wasserstelle Naris vereinigte sich die Abteilung, aber viele, viele fehlten. Vizefeldwcbcl Runk, der alte Burcnkämpfcr, Sergeant Litt (7 am 5.), Unteroffizier Erdmann, Reiter Koch, Müller (f) und Klose waren ver­wundet oder tot. Nachdem die Pferde getränkt waren, ging's weiter in Marschkolonne in der Richtung auf Rietmout, die Hauptwerft Hendriks. An der Pad hielt nnser verehrter Führer; fest sah er uns, ohne ein Wort zu sprechen, an; fest erwiderten wir die Blicke. Wir hatten uns ausgesprochen. Und dann kam die Nacht. Halbwegs Nietmont machten wir halt, um uns für den nächsten Tag zu ordnen und zu restaurieren. Meine Kompagnie übernahm die Wache.

Eisig fegt der Wind über die Steppe; fröstelnd hüllen sich die deutschen Reiter in die nassen Woilachs, nm eiuige kurze Stunden den Schlaf zu suchen, uud dann, etwas gestärkt, nenen Gefahren nud Strapazen, aber auch neuen Sicgcu uud Ehrcu entgegenzugehen. Bei den Posten gespannteste Aufmerksamkeit; scharfe Anrufe wechseln mit Schüssen. Bei den Ochsen­magen leises Jammern und Stöhnen der Verwundeten und das Geräusch der iu dcu Jochen stehenden, wiederkäuenden Ochsen. In weiter Ferne henlen die Schakale. Und über altedem liegt beängstigend nnd finster die Nacht.

K. Schnchage,

ehemals Sergeant 4. Komp. 2. Fcldrcgts. der Kaiscrl. Schntztrnppe f. D.-Südwestafrila.

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Der Heldentod der Leutnants von Heyoebreck und Schmidt bei

AluriSsontein.

27./23. November 1904.

Wir waren für eine kurze Zeit in Warmbad stationiert, als eines Tages von Buren gemeldet wurde, Hottentotten schmuggelten an der Grenze. Am 24. November 1904 wurde zur Untersuchung dieser Angelegenheit eine Patrouille unter Führung des .fierrn Leutnants von Hehdebreck dorthin entsandt.

Gleichzeitig ordnete der Herr Hauptmann von Koppy eine Patrouille nach Namans- drift an, in welcher sich Herr Leutnant Schmidt in seiner Eigenschaft als Gerichtsoffizier befand, der mehrere Leute und ich zugeteilt waren. Nachmittags 4 Uhr brach dieselbe von Warmbad auf und kam nach einem anstrengenden nächtlichen Ritt, nur unterbrochen durch eine Ruhestunde, am andern Morgen 10 Uhr in der Station an. In Ramansdrift trafen wir die vorausgegangene Patrouille des Herrn Leutnants von Hehdebreck, welche ablochte und neue Kräfte sammelte. Dieser Patrouille wurde nun Herr Leutnant Schmidt mit mehreren Kameraden, unter denen auch ich war, zugeteilt.