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Bis zur englischen Grenze.
i.
Ein gelungener Überfall.
Kurz vor Sonnenuntergang rückten wir los; die Entfernung von 30 Kilometer mag richtig geschätzt morden sein, jedoch brauchten wir hierzu neun Stunden, da teils dichtes Gestrüpp, teils Felspartieu unseren Vormarsch hinderten, dabei wurden mir um Mitternacht von meinen Bastards ganz frische Menschenspuren, die von schmalen Hottentottenfüßen herrührten, gemeldet. War unser gestriges Lager von Spähern bemerkt und unser Abrücken gestern abend gemeldet worden? Wie die Indianer schlichen wir im Gänsemarsch auf dem schmalen, kaum erkennbaren Fußsteig vorwärts; oft standen wir still nnd schauten angespannt vorwärts nach dem feindlichen Lagerfeuer aus oder lauschten nach dem Gebrüll der Viehherden. Nichts war jedoch zu sehen und zu hören, nur die Fußspuren vermehrten sich bedenklich. Um 3 Uhr ging der Mond unter; bald war es fast ganz finster. Mühsam ging der Marsch weiter. Auf einmal hielt der vor mir gehende Bur vom Berg, so daß ich auf ihn aufrauutc. „Hier rechts, Oberleutnant, ist die englische Polizcistation, und hinter diesem Felsvorsprnng geradeaus find die Boudels!" Ich sah nach der Uhr; es war Punkt vier. Im Osten zeigte sich ein schwacher, hellgrauer Streifen. Also waren wir gerade noch rechtzeitig angekommen.
Nun ließ ich die beiden Maultiere mit den Lazarcttsachcn uud dem wenigen Proviant unter Bedeckung zweier Bethanierhottcntottcn zurück, ließ ausschwärmen und lautlos im Oranje- bett vorgehen. Zu sehen war noch nichts, auch nicht, als wir um den Felsvorsprnng herumkamen und ich die Schützenlinie etwas links schwenken ließ. Jedenfalls aber wußten die Hottentotten nichts von unserem Anmarsch; denn sonst hätten sie diesen Felsvorsprnng besetzt und uns beschösse«. Auf einmal hörten wir ganz nahe einen Hund bellen und gleich darauf eine Kuh brüllen. Im Nu lag alles auf dem Boden. Da sah ich iu dem schwache» Dämmerschein plötzlich vor mir die grauen Umrisse vieler Pontoks (Eingeborenen- Hütten) in der Entfernung von 100 bis 200 Meter. Näher durften wir nicht heran. Ich ließ das Seitengewehr aufpflanzen und in der Schützenlinie weitersagen: „Sobald wir das Gcmchrkoru sehen können, geben wir fünf Patronen Schnellfeuer ab, und dauu geht's mit .Marsch, marsch! Hurra!' in die Werst!" Etwa 4^ Uhr vormittags war's soweit: die fünf Patronen waren in wenigen Sekunden verfeuert, uud unter Hurrarufen rannten wir in die Werft. Der Überfall war vollkommen geglückt, der Trubel, der folgte, unbeschreiblich. Die Hottentotten stürzten aus ihren Pontoks, feuerten ihre Flinten nach uns