Teil eines Werkes 
2 (1911) Das Südseegebiet und Kiautschou
Entstehung
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Mikronesien.

Mikronesien.

Unter Mikronesien sind hier die nördlich von den bis­her betrachteten Gebieten sich ausbreitenden Inselgruppen der Karolinen, der Palauiseln, der Marschall­inseln und der Marianen verstanden. Trotz der ge­ringen Größe der zu ihnen gehörenden Eilande sind sie über einen ungeheuren Meeresraum verteilt. Beträgt doch die Entfernung von den westlichsten Palauinseln bis zu den östlichsten Marschallinseln mehr als 4000 Km. Während aber die drei zuerst genannten Gruppen zum größten Teile südlich vom zehnten Grade nördlicher Breite gelegen sind, erstreckt sich die Gruppe der südnördlich an­geordneten Marianen bis über den zwanzigsten Breiten­grad hinaus nach Norden.

Selbst wenn man nur den von den südlichen Gruppen eingenommenen Meeresraum berücksichtigt, so muß man ihn: doch eine mittlere Breite von etwa 500 Krn geben. Da nun die Gesamtfläche der zu den Karolinen, den Palauinseln und den Marianen gehörigen Inseln nur etwa 2000 (Mn beträgt, so würde erst auf rund 2000 ^Kin Meeresfläche je ein von Land eingenommenes entfallen. Da man ferner die Zahl der diesen Gruppen zuzurechnenden Inseln auf etwa 1000 angibt, so ergibt sich aus diesen beiden Zahlen die Kleinheit der einzelnen Eilande und die Berechtigung der ihnen zuerteilten Gesamtbezeichnung als Mikronesien, d. h. als Kleininselgebiet.

Da die Marianen auch nicht mehr als 630 cilcm um­fassen, so umsaßt danach die gesamte Inselwelt Mikronesiens ein Landgebiet von nicht mehr als rund 2700 qkin, d. h. diese zahlreichen, über einen so ungeheuer ausgedehnten Raum verstreuten Eilande besitzen zusammen nur die un­gefähre Grundfläche des Herzogtums Sachsen-Meiningen.