Teil eines Werkes 
2 (1911) Das Südseegebiet und Kiautschou
Entstehung
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20 Kaiser-Wilhelmland: Handel und Verkehr.

Kulturen bisher im Kaiser-Wilhelmlande vorhanden ist. Denn da die Eingeborenen für eine den Handel belebende Gütererzeugung hier so gut wie gar nicht in Frage kommen, so genügt ein Blick auf den Stand der von Europäern geleiteten Unternehmungen, um ein Urteil hierüber zu ermöglichen.

Die bebaute Fläche im Kaiser-Wilhelmlande belief sich im Jahre 1903 auf insgesamt nur 4771 da, von denen aber erst 1063 ertragsfähig waren, was gegen das Vorjahr immerhin ein Mehr von 284 da. bedeutet. Unter den angepflanzten Gewächsen steht im Vordergrund die Kokos­palme, mit der drei Viertel des gesamten Kulturlandes bestanden waren. Von den fast 400000 Bäumen war indessen im genannten Jahre erst ein Viertel ertragsfähig. Neben der edlen Palme sind es die Kautschuk liefernden Pflanzen, denen man die größte Aufmerksamkeit zugewandt hat. Von den verschiedenen Arten war indessen erst ein sehr kleiner Teil ertragsfähig.

Alle anderen Gewächse treten vorläufig noch voll­ständig gegenüber den genannten in den Hintergrund. Doch ist der Kakao zu erwähnen, der in einer ziemlich großen, aber 1908 noch kaum tragenden Stückzahl ange­setzt worden war. Auch Sisalagaven und der seines Holzes wegen so sehr geschätzte Teakbaum mögen Erwähnung finden.

Alles in allem noch eine sehr in den ersten Anfängen stehende systematische Bodennutzung. Es ist klar, daß sich dieser geringe Grad der Entwicklung auch in dem wichtigsten Maßstab für den wirtschaftlichen Stand eines Landes im

Handel und Verkehr

sehr deutlich äußert. Der Gehalt der in den beiden Häfen Eitaps und Friedrich-Wilhelmhafen 1908 angekommenen