Teil eines Werkes 
2 (1911) Das Südseegebiet und Kiautschou
Entstehung
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Produktion.

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gering. Im Beginn des Jahres 1909 gab es in dem großen Gebiet nur 197 Europäer, darunter 112 erwach­sene Männer. Die Mehrzahl der Weißen, nämlich 102 nn Zahl, war obendrein in einein einzigen Orte, in Friedrich-Wilhelmshafen ansässig. Dagegen waren die Deutschen erfreulicherweise in größter Überzahl; nur 34 von den 197 Europäern waren ihrer Staatsangehörigkeit nach nicht Untertanen des Reiches..

Bedauerlich ist aber, daß trotz des großen Wertes, den man dieser Kolonie zusprechen darf, erst so wenig Euro­päer den produktiven Berufen angehören. Zwar ist die Zahl der Beamten mit 9 Berufsangehörigen keineswegs hoch. Aber es läßt keine erfreulichen Schlüsse auf die Entwicklung des Landes zu, wenn man sieht, daß im ge­nannten Jahre von den 122 erwachsenen Männern diesen Erwerbszweigen, unter denen Ansiedler, Pflanzer, Gärtner, Techniker und Handwerker sowie Kaufleute, Händler und endlich auch Fischer und Seeleute zusammengefaßt sind, nicht mehr als 41, dem Stande der Missionare dagegen nicht weniger als 67 angehörten! Damit soll diesen letz­teren keineswegs ihre Bedeutung und ihre Verdienste abge­sprochen, sondern es soll damit nur betont werden, daß auch die Entwicklung der äußeren Kultur ein rascheres Tempo einschlagen möge, als es bisher der Fall ge­wesen ist.

Die fremdländische Bevölkerung nichteuropäischen Ur­sprungs wird auch bei der Behandlung des Bismarckarchipels berücksichtigt werden. Im Kaiser-Wilhelmland belief sie sich 1909 auf insgesamt 293 Köpfe.

Produktion.

Die eben berührte, ein wenig eigenartige Berufs­verteilung führt von selbst auf die Frage, was denn an

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