Neunter Abschnitt.
Verkehr.
Vor dem Eingreifen des Europäers waren die landesüblichen Verkehrsmittel unserer Schutzgebiete mehr oder weniger mangelhaft.
In Togo, Kamerun und Ostafrika kam wegen der Tsetsefliege als Reit- und Lasttier nur der Es el zur Verwendung. Im dichten Urwald versagte jedoch auch er. Deshalb bediente man sich zum Fortschaffen der Lasten gewöhnlich der Träger. Ähnlich verfuhr man in Kaiser Wilhelmland. Durch die Umständlichkeit des Trägerwesens — die Waren mußten zu Lasten von 50—60 Pfund verpackt werden — erschwerte und verteuerte sich jedoch der Verkehr ungemein. In Togo kam der Tonnenkilometer auf 1,67 und in Ostafrika sogar auf 2,30 ^ zu stehen. Bis die Waren beispielsweise von Daressalam nach dem Tanganjika gelangten, erfuhr ihr Preis für 1000 ^ eine Erhöhung von rund 3 300^ (Do v e). Ebenso in umgekehrter Richtung.
Solche Frachten konnten natürlich nur höchst wertvolle Gegenstände tragen. Billige Erzeugnisse mußten, wenn auch noch so nützlich, einfach liegen bleiben. Überdies ging durch den Karawanenverkehr außerordentlich viel Zeit verloren. Von Bagamojo über Mpapua und Tabora nach Muansa dauerte die Reise nicht weniger als drei Monate.
Ähnliche Unkosten und Zeitverluste entstanden auf den cmdern Handelswegen: nach dem Kilimandjaro, nach dem Njassa oder auf der Lindistraße nach Mukotschera. In Kamerun ließ sich der Verkehr nach dem Balilande oder den Sanaga und Njong hinauf nur wenig billiger und schneller abwickeln.
In Südwestafrika wird als landesübliches Verkehrsmittel der schwerfällige Ochsenwagen benützt. Er faßt allerdings Gewichtsmengen von 3—4000^. Den Trägern gegenüber bietet er durch eine raschere und billigere Beförderung entschiedene Vorteile. Der Tonnenkilometer kommt hier nur auf 0,88—1,14^5 zu stehen. Den Anforderungen an ein leistungsfähiges Verkehrsmittel kann aber auch er nicht gerecht werden, um so weniger als man für das