62 Zweiter Abschnitt. Land- und Forstwirtschaft.
beute. In Kiautschou dagegen ist bereits ein deutsches Unternehmen ins Leben getreten. Neben ihm finden jedoch auch chinesische Fischer, Abnehmer für frische, gesalzene und geräucherte Waren.
Für Südwestafrika kommt endlich noch die Guanoausbeute in Befracht, die sich an manchen Küstenplätzen (Kreuzkap) bewerkstelligen läßt. Im Jahr 1907 gelangten 593 Tonnen zur Ausfuhr. Ihr Wert bezifferte sich auf 12 000 ^.
10. Forstwirtschaft.
Mit dem Walde gingen die Eingeborenen nirgends schonend um. Am deutlichsteu zeigte sich dies im dichtbevölkerten Kiautschou, wo wir nur kahle Höhen fanden. Auch bei Südwestafrika ist die Umgebung menschlicher Ansiedluugen in weitem Umkreise abgeholzt. In den Binnenländern fiel der junge Baumwuchs überdies größtenteils den verheerenden Grasbränden zum Opfer. Nur die nahezu feuerfesten, harten Dornbüsche vermochten sich dort zu halten. Gegen die Urwaldbestände freilich erwies sich das Feuer machtlos. Hier trat aber neuerdings vielfach die Axt der Pflanzuugsunteruehmer an seine Stelle.
Die Forstverwaltung unserer Schutzgebiete, in Südwest- und Ostafrika, in Kamerun, Togo uud Kiautschou je durch Fachleute geleitet, erblickt deshalb ihre nächste Aufgabe darin, die Vorhandeneu Waldbestände gegen Eingeborene und Europäer in Schutz zu nehmen und sie sachverständig zu bewirtschaften.
Das Niederbrennen der Steppengräser ist überall untersagt. Die geschlosseneu Waldbestäude werden tunlichst für Staatseigentum erklärt und damit der allgemeinen Ausnützung entzogen. In Ostafrika z. B. handelt es sich dabei bereits um Flächen von 222 000 na, die zumeist au der Küste (Maugroveu) und in den Randgebirgen (Usambara, Nauru, Ukmni, Usagara) liegen. Die Gesellschaften und Unternehmer, die im Besitz von größeren Holzbeständen sind, werden zu einer verständigen Waldpflege angehalten.
Daneben bemüht sich die Regierung unablässig um Aufforstung holzarmer Bezirke. Am tatkräftigsten ging sie trotz aller Schwierigkeiten (Raupenfraß, Waldbrände, Diebstähle) in dem gänzlich entwaldeten Kiautschou vor. Bei der Aufforstung (28,215 bch bevorzugte man hier die Akazie (Robinie xssuckocleaeia.), die Lärche und die Erle, sowie die Kiefer, die früher in Schantung waldbildend aufgetreten sein muß. Daneben fanden Pterocaryx, Walnuß, Ahorn, Lebensbaum, Eiche und Esche Berücksichtigung. Im Wald-