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Zweiter Abschnitt. Land- und Forstwirtschaft.
Zukunft bevor. Darauf weisen die Erfahrungen im Kaplande wie die erstaunlichen Erträge der Reben in Windhuk, Otjimbiugwe und Otjiiambi deutlich genug hiu. Auch mit Pfirsichen und Feigen lassen sich hier bedeutende Erfolge erzielen.
Schließlich ist noch der Kolabaum (Lola, a-euininata Lr.) erwähnenswert. Seine roßkastanienartigen Früchte werden von den Eingeborenen Togos und Kameruns zur Regelung der Verdauung gekaut. Neuerdings verschaffen sie sich an Stelle von Kakao (7°/, Eiweiß, 3°/» Zucker, 34°/. Stärkemehl und 2,4—2,6°/, freies Koffein) auch auf dem europäischen Markte Eingang. Im Jahr 1907 wurden von Kamerun 80 411 KZ nach Deutschland und England ausgeführt.
9. Viehzucht.
Schon den Ausführungen über die Pflanzen- und Tierwelt (S. 16ff.) war zu entnehmen, daß sich die grasreichen afrikanischen Binnenländer für Viehzucht ganz hervorragend eignen. Die ungeheuren Rudel von Wild lassen dies deutlich genug erkennen. Noch anschaulicher freilich weisen die großen Viehbestände der Eingeborenen darauf hin.
Nach einer amtlichen Feststelluug des Jahres 1903 betrug z. B. die Gesamtzahl der ostafriknnischen Rinder nicht weniger als 570 000. Dazu kamen noch 3 850 000 Stück Schafe und Ziegen, 10 000 Esel und zahlreiches Geflügel (Hühner uud Enten). Nach den Erkundigungen von Paul Fuchs gewähren Urundi uud Ruanda allein 400 000 langhö'migen Watussirindern Weide und Nahrung. In den weiten Grasslächen Kameruns stößt man gleichfalls auf zahlreiche größere Schaf- und Ziegenherden. Den Wert der 700 000 Stück Großvieh berechnet der Gouverneur auf annähernd 21 Millioueu Mark. Den ehemaligen Rinderbestand der Herero aber gibt Paul Rohrbach schätzungsweise auf 100—200 000 Häupter au. Gleichzeitig besaßen die weißen Ansiedler nach den Aufnahmen der Eut- schädigungskomnnssion über 50 000 Stück Groß- und etwa 200 000 Stück Kleinvieh. Die unheilvolle Erhebung der Eingeborenen warf freilich ihren Besitzstand auf ein Zehntel zurück. Allein wenn man bedenkt, daß die tatsächlichen Anfänge nicht weiter als bis auf die Jahre 1895 und 1896 zurückreichten, daß es sich also bloß um eine Entwicklung von acht bis neun Jahren handelte, so wird man die Aussichten der Viehzucht iu Südwestafrika als geradezu glänzend bezeichnen müssen. Nach der amtlichen Zählungsliste von 1908 weist das Schutzgebiet bereits wieder 73 331 Stück Groß- uud 365 010