Erdnuß, Sesam, Rizinus, Mohn, Naps, Senf, Lein. 51
gebraucht man es vielfach zur Herstellung von Kunstbutter. Auch wie Olivenöl wird es verwendet. Die Rückstände sind gleichfalls als Viehfutter geschätzt. Ostafrika schickte 1907 etwas mehr als 493 Tonnen (im Werte von 131367 ^) über seine Grenzen. Außer ihm führt nur noch Kiautschou Sesam aus.
Neben Kokos- und Ölpalme, Schibaum, Erdnuß und Sesam darf hier noch auf die zahlreichen Rizinus st aud en (Rioinus vom- munis 1^.) hingewiesen werden, die z. B. in Ostasrika (strichweise auch in Südwestafrika: Kuisebtal) allüberall unkrautartig emporschießen. Die Bohnen besitzen wie Sesam einen Dlgehalt von 50 ^>. Die Nachfrage nach Samen ist offenbar eine bedeutende. Wir bezogen 1907 nach den Vierteljahrsheften zur Statistik des Deutschen .Reiches 29 581 62 im Werte von 725 000 ^l. Die Zufuhren kamen meist aus Ostindien. Man sollte daher meinen, daß sich im benachbarten Ostafrika wenigstens das Einsammeln der wildwachsenden Früchte als lohnend erwiese.
Ebenso könnten Mohn, Raps, Senf und Leinsamen eine bedeutende Rolle spielen. Deutschland gab hierfür im Jahre 1907 nicht weniger als 152 223 000 ^ aus. Die klimatischen Verhältnisse Ostafrikas und seine Bodenarten sichern derartigen Algewächsen, zumal bei ihrer kurzen Lebensdauer, ein gutes Gedeihen. Aus jenen Zahlen läßt sich daher entnehmen, daß man nicht gerade zu Kaffee greifen muß, wenn man in unseren Schutzgebieten ein lohnendes Pflanzungsunternehmen ins Werk setzen will. Allein wie die Verhältnisse heute liegen, stößt man nur im Pachtgebiet Kiautschou auf Rizinus-, Mohn- uud Rapsfelder.
Im Jahr 1907 betrug der Bedarf Deutschlands an Ölfrüchten 264 497 000 F.. Unsere Schutzgebiete führten im gleichen Zeitraum insgesamt uur für 11 385 549 ^5 aus, d. h. 4 v. H. des heimischen Verbrauchs. Der Anbau muß sich demnach in diesem Zweig der Landwirtschaft noch sehr stark ausdehnen, selbst wenn er nur den eigenen Bedarf decken will.
8. Erzeugnisse verschiedener Art.
Hier führen wir solche Gewächse an, die entweder nur auf einem verhältnismäßig engbegrenzten Raume gedeihen (Tabak, Tee, Zuckerrohr und Gewürze, Baumwollbaum und Steinnußpalme, Heilpflanzen und Indigo), oder die doch als Nährpflanzen eine vorwiegend örtliche Bedeutung haben (Getreide, Bananen, Knollengewächse, Gemüse, Obst und Kola).
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