44 Zweiter Abschnitt. Land- und Forstwirtschaft.
Pflanzen der Bestände (4—5 m) und durch sorgfältiges Entfernen aller unfruchtbaren oder abgestorbenen Zweige in der Krone zu bekämpfen. Außerdem begegnet man ihr wie anderen pflanzlichen Feinden mit Kupferkalkbrühe.
Die verhältnismäßig leichte Bewirtschaftung einer Kakaopflanzung und die gutew Preise bieten auch dem kleineren Unternehmer gute Aussichten. Bei einer Pflanzweite von 4 x 5 m kann das Im 500 Bäume fassen. Unter diesen Umständen ließe sich mit einem Aufwand von 20 000 ^ auf 20 Hektaren ein Bestand von 10 000 Stämmen anlegen und bis zur Tragfähigkeit halten. Alle feineren Arbeiten (Aussäen, Verpflanzen, Beschneiden) kann der Besitzer selber ausführen. Im fünften Jahre bringt jeder Baum eine Ernte von 2 ^ ein. Der Einnahme von 20 000 ^ stünde dann nur eine jährliche Ausgabe von 8000 gegenüber.
Der Kakaoverbrauch nimmt stetig zu. Er betrug 1870 bei uns nicht mehr als 0,05 auf den Kopf der Bevölkerung. Im Jahre 1907 belief er sich auf 0,52 l^. Gegenwärtig ist der Bedarf so stark, daß (nach Singelmann) das jährliche Gesamterzeugnis von 148 Millionen Kilo nicht mehr ausreicht. Daher stiegen 1907 die Preise von 48 auf 80 bis 85 und 90 für den Zentner. Deutschlands Verbrauch an Kakao bezifferte sich im gleichen Jahre auf 62063000 ^K. Unsere Schutzgebiete — in erster Linie kommen Kamerun und Samoa in Betracht — können bis jetzt nur einen geringen Bruchteil davon liefern. Sie führten im Jahre 1907 insgesamt 1 971 367 KZ im Werte von 2879645 ^ aus. Die Kakao-Anpflanzung ist also vom Standpunkt des Bedarfs aus noch einer riesigen Steigerung fähig.
6. Kaffee.
Zum Bau von Kaffee schritt man in unseren Schutzgebieten anfangs der neunziger Jahre geradezu mit einer gewissen Begeisterung. Im Gebirgsland von Uscnnbara reihte sich damals Pflanzung an Pflanzung: Derema, Ngwelo, Bulwa, Herne, Schembekesa, Ngambo, Luugusa, Segoma, Magroto, Sakkarcmi, Balangai, Her- kulo, Mayumbai, Wilhelmstal, Baga, Prinz Albrecht-, Herzog Johann Albrecht-Pflanzung. Heute befaßt sich keine einzige mehr ausschließlich mit Kaffee. Manche bewirtschaften bloß noch die besten ihrer Bestände und überlassen die anderen sich selbst. Die meisten aber sind zu Kautschuk, Sisal und Gerberakazien übergegangen.
Doch liegt dies nicht daran, daß sich der Boden als ungeeignet erwiesen hätte. Es fehlt durchaus nicht an Fruchtbarkeit. Auch die