38 Zweiter Abschnitt. Land- und Forstwirtschaft.
gewerbe), wird der Sisalhanf wegen seines geringeren Preises überall vorgezogen. Für Bindegarne an Getreidemähmaschinen verdient er sogar den Vorzug, weil er, weder Schlingen noch Knoten bildend, den ungestörten Betrieb der Maschinen sichert. —
Fast 'ebenso brauchbare Fasern wie die Sisalagaven ergeben zwei Arten vou Sausevieren (LÄNsevierig. Mreudvi-M und Lau- Lsvierig. e^linärie-y, die in Ostafrika und Kamerun fast überall wildwachsend vorkommen. Besonders häufig trifft man sie ant Pare-Gebirge, am Kilimaudjaro, nur Ngougosee bei Mpapua und in den Bezirken Tabora, Bukoba, Schirati. Die zerstreuteu Bestäube schließen sich gern an Baumgruppen und Gebüsch au. Im Durchschnitt liefern je 20 Ira, eine Tonne Fasern. Nachwuchs stellt sich uach 2—5 Jahren von selbst wieder ein. Die Tonne wird auf dem Weltmarkt mit 500—600 ^ bewertet. Daher bemüht sich das Kolonial-Wirtschaftliche Komitee, wie schon bei der Sisalagave, leistungsfähige Entfaseruugsmaschinen bereitzustellen. Hierbei verwendet es zunächst die von Duchemin erfundenen. Bei der großen Verbreitungsfähigkeit der Sansevieren durch Ausläufer und bei ihrer außerordentlichen Anspruchslosigkeit in bezug auf den Boden darf dem Anbau der Pflanzen aller Voraussicht uach eilte große Bedeutuug zugeschrieben werdeu.
4. Baumwolle.
Die Baumwollstaude (doss^pium), eine Malvenart von 0,5 bis 1,5 m Höhe, wächst zwischen dem 40.° N und 8. Der Lage unch kann sie daher in allen unseren Schutzgebieten angebaut werden. Tatsächlich finden wir sie auch von Togo bis Samoa und Kiautschou. Boden und Klima, Arbeiter- und Verkehrsverhältnisse legen freilich manche Beschränkung auf. In Togo, Kamerun und Ostafrika kommt die Baumwollstaude wildwachsend vor.
Am besten gedeiht sie auf tonigem, kieselhaltigem Boden, wenn zur Saatzeit uud während der Blüte, die im achten oder neunten Monat stattfindet, reichliche Niederschläge fallen oder eine kräftige Bewässerung einsetzt. Die kapselartige Frucht spriugt iu reifem Zustande drei- bis fünfklappig auf uud läßt dann die bis zu 5 ein laugen, einzelligen, weißen Haare herausquellen, die den Samenkörnern anhaften. Sie wird mit der Hand oder mit Hilfe von Maschinen gepflückt. Während dieser Zeit können Regen die Ernte erheblich schädigen. Weil die Pflanze den Boden stark ausnützt, muß für eine verständige Wechselwirtschast gesorgt werden. John