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Unsere Schutzgebiete nach ihren wirtschaftlichen Verhältnissen: im Lichte der Erdkunde dargest. / von Christian Gottlieb Barth
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36 Zweiter Abschnitt. Land- und Forstwirtschaft.

Die Einfuhr an Gutta belief sich im Jahr 1907 bei uns auf 5 299 000 Deutschland besitzt gegenwärtig eine Kabellänge von 35 838 Kni. Die nächste Zeit dürfte eine erhebliche Ausdehnung bringen. Daher wäre es sehr erfreulich, wenn es gelänge, Deutsch­land im Bezug von Gutta mit der Zeit vom Auslande möglichst unabhängig zu machen. Für die Anlage von Guttavflanzungen sind jedoch die Vorarbeiten noch nicht weit genug gediehen. Ins­besondere ist man über etwaige Schädlinge so gut wie gar nicht unterrichtet. Daher genügen vorläufig die Versuche im Botanischen Garten zu Viktoria, die so umfangreich eingeleitet sind, daß aus ihnen ein marktfähiges Erzeugnis gewonnen werden kann. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, werden aber auch die Guttavflanzungen einer großen Zukunft entgegengehen.

3. Sisalhanf.

Die aloeartige Sisal-Agave (^Za-vs riAiäa, va.r. sisÄla-na), deren Blattfasern den einträglichen Rohstoff liefern, stammt aus Mkatan. Ihren Beinamen erhielt sie von dem dortigen Hafenort Sisal, der das Erzeugnis gewöhnlich zur Verschiffung brachte. Als aus­gesprochene Steppenpflanze vermag sie lang andauernden Dürren selbst auf weniger guten Böden ohne Nachteil zu widerstehen. Mit ihren dickfleischigen, dornig gezähnten, etwa 2 m langen, scharf zu­gespitzten Blättern fürchtet sie weder pflanzliche noch tierische Feinde. Nur darauf erhebt sie Anspruch, daß der Untergrund von Nässe freibleibt. Das ganze Küstenvorland und die weiten Steppen Ostafrikas erweisen sich ihrem Gedeihen so zuträglich, daß das vor­zügliche Erzeugnis bereits die Aufmerksamkeit amerikanischer Kreise auf sich lenkt.

Bereits im dritten Jahr müssen die untersten Blätter abgeschnitten werden, sonst treibt die Pflanze ihre riesigen Blütenschäfte heraus, worauf sie abstirbt. Die abgeschnittenen Blätter, die ein ziemliches Gewicht (je 1^') besitzen, werden in Bündel von etwa 40 Stück zusammengeschnürt und von den großen Pflanzungen auf Feld­bahnen nach den Aufbereitungsanlagen geschafft. Hier entfasern leistungsfähige Maschinen in 10 Stunden 100120 000 Stück. Kleinere Unternehmungen bedienen sich der billigeren Raspeln, die freilich recht mangelhaft arbeiten, so daß die Neste der anhaftenden Pflanzenmasse noch durch Klopfen entfernt werden müssen. Dabei ist überdies der Nachteil in Kauf zu nehmen, daß der ausgedrückte Saft die Arbeiter empfindlich belästigt. Die großen Maschinen