Erster Abschnitt.
Geographische Einführung.
Die Kenntnis unserer Schutzgebiete ist heute, nach nur 25jähriger Erschließungsarbeit, noch nicht so weit gefördert, daß sie in allen ihren Einzelheiten klar vor uns stünde. Die weiten Entfernungen und die große Ausdehnung der neuerworbenen Räume, die Unbilden des Klimas, die Unwegsamkeit der Länder und die Wildheit der Bewohner erschwerten die Unternehmungen auf Schritt und Tritt. Trotzdem ist bis jetzt schon so viel erreicht, daß das Bild jener überseeischen Gebiete — besonders wenn wir von Kaiser Wilhelmland absehen — wenigstens in großen Zügen fest umrissen vor uns steht, ja daß in manchen Zweigen bereits die Kleinarbeit erfolgreich einsetzen kann (Pflanzenwelt, Landwirtschaft, Wetterkunde, Landesaufnahme). Beim Blick auf unsere Aufgabe müssen wir freilich davon absehen, unsere Ausführungen auf Einzelheiten auszudehnen. Es genügt für uns, die grundlegenden Gesichtspunkte herauszustellen und daran diejenigen Ergebnisse anzuschließen, welche für die wirtschaftlichen Verhältnisse in erster Linie maßgebend sind.
Zu den Grundzügen gehört vor allem die Lage der einzelnen Schutzgebiete. Sie entscheidet mit dem Aufbau über das Klima. Im Verein mit der Raumausdehnung, der Küstenentwicklung und Flußbildung aber vermag sie bestimmend auf die Verkehrswege einzuwirken. Vom Klima eines Landes ferner ist die Pflanzenwelt in hohem Maße abhängig. Nur mit dem Gestein, dem sie entsproßt, hält sie noch engere Fühlung. An die Pflanzenwelt wiederum lehnt sich überall das Tierleben an, und mit beiden steht der Mensch in innigster Verbindung. Daher hat sich unser Augen-- merk nacheinander der Lage und Ausdehnung unserer Schutzgebiete, dem Aufbau, der Küstenentwicklung, den Flüssen und Strömen, dem Klima, der Pflanzen- und Tierwelt, sowie den Bewohnern des überseeischen Deutschlands zuzuwenden.
ANuG 290: Barth, die Wirtschaft!. Verhaltn, uns. Schutzgeb. 1