XXXIV. KAPITEL.
Schlusswort.
Wenn nun auch die wissenschaftlichen Resultate der Expedition von Fachgelehrten in einzelnen Abhandlungen bearbeitet werden, so ist doch hier wohl der Platz, wenigstens in grossen Zügen ihre Ergebnisse zusammenzufassen, und mit wenigen Worten ein Bild von der Natur des durchwanderten Landes zu geben.
Orographie und Geologie. Im östlichen Aequatorial-Afrika haben wir ein grosses Schollenland vor uns, das aus den Bruchstücken alter Gesteine zusammengesetzt ist. Wir müssen annehmen, dass in der ältesten Periode die mächtigen Lager von Gneis und krystallinischem Schiefer eine zusammenhängende Masse gebildet haben. Ob diese aus feurigflüssigem Zustande erstarrt sind, oder ob wir in ihnen das älteste Sedimentärgestein vor uns haben, mag dahingestellt sein. Immerhin erblicken wir in Afrika eine Gebirgsformation, die der vorsilurischen Epoche angehört. Dieses gewaltige Tafelland ist durch irgend welche Ursachen, entweder durch Faltenbildung oder durch vulkanische Erscheinungen in riesige Schollen zersprengt worden, und zwar gehen die Bruchlinien dieser Schollen hauptsächlich von Norden nach Süden oder von N.-N.-W. nach S.-S.-O. Dass sich hier und da auch Querspalten gebildet haben, liegt in der Natur der Sache begründet. Aus den Bruchspalten sind dann eruptive Gesteine hervorgebrochen und zwar theilweise solche älterer Natur, von Granit, theilweise jüngere vulkanische Gebilde.
Dieser ganzen Plateaumasse hat sich ein schmaler Streifen von Sedimentärgestein vorgelagert, der die ostafrikanische Küste in einem nur wenige Tagemärsche breiten Saum begleitet. Es scheint, dass diese zum Theil der Juraformation angehört, denn bei Pangäni habe ich in ihm eine Reihe von Ammoniten gefunden, die den bis jetzt aus dem Plateau von Dekan bekannten' Arten ziemlich verwandt scheinen*') Andere Parthien gehören vermuthlich der Kohlenformation an. Genauere Aufnahmen hierüber und Nachweise über andere Fundstellen von Fossilien sind aber bis jetzt noch nicht erfolgt. Es ist in hohem Grade wahrscheinlich, dass der Kohlenflötz, der im Thale des Lugembe (rechter
•) Sie sind von Herrn Dr. Tornquist in Strassburg bearbeitet: Ammoniten von Mtdro. Jahrb. d. Hambg. wiss. Aust. 1893.