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Mit Emin Pascha ins Herz von Afrika. Ein Reisebericht / mit Beiträgen v. Emin Pascha (d. i. Eduard Schnitzer), in seinem Auftr. geschildert v. Franz Stuhlmann. Im amtl. Auftr. d. Kolonial-Abth. des Auswärtigen Amtes hrsg. 2 Ktn v. R. Kiepert u. F. Stuhlmann, 2 Portr. u. 32 Vollbildern sowie 275 Textabb. nach Photogr. u. Skizzen des Verf. von W. Kuhnert u. a. T. 1.2 in 1 Bd
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XXXIII. KAPITEL.

Von Irängi durch das südliche Massai-Land zur Küste.

Uledi hatte sich sofort mit dem Araber angefreundet, der durch ihn bei mir anfragen liess, ob er mir Essen senden dürfe, was ich bejahen musste, um den Mann nicht zu beleidigen. So kamen denn täglich thurmartig gehäufte Schüsseln mit Reis und ebensoviel Kummen mit Oel, in dem Zwiebeln und Gewürze gekocht waren; dazu Hühner- oder Ziegenfleisch und andere Genüsse. Alles war aber trotz unmässiger Zwiebelzuthaten, und trotz des vielen Curry- Gewürzes schmackhaft und gut zubereitet. Ein anderer angesehener Araber, Ssaid bin Omari, schickte mir Gebäck, Kaffee und andere Dinge. Es war ein wahr­haft bedrohlicher »Embarras de richesse« und die Aussicht förmlich beängstigend, dass die beiden Araber sich in der Zusendung von Speisen noch länger Kon­kurrenz machen möchten. Von beiden Leuten täglich drei Mal diese Riesen­portionen zu bekommen und aus Höflichkeit gezwungen zu sein, von allem wenigstens etwas zu kosten, dabei konnte der leistungsfähigste Magen rebellisch werden, wie viel mehr einer, der jahrelang an die magere Expeditionskost ge­wöhnt gewesen war. Lässt man aber etwas von den Speisen unberührt, so glauben die Araber gleich, man fürchte Gift darin, und nehmen oft die lediglich aus Gesundheitsrücksichten gebotene Zurückhaltung ernstlich übel. Uledi sammt den Soldaten und Dienern schwelgten natürlich im Ueberflusse.

Von Seiten der Eingeborenen wurden uns grosse Mengen von Mehl, Erd­nüssen, Manjok und Bataten als Geschenke gebracht und unter die hungrigen Träger vertheilt.

Täglich musste ich die langen Anstandsbesuche der Araber über mich ergehen lassen. Gleich zu Anfang meines Aufenthaltes erschienen alle ange­seheneren Leute des Ortes. Ali bin Nassor setzte ihnen in einer längeren Rede auseinander, dass jetzt alles ruhig im Lande sei, was man nur uns Deutschen zu verdanken habe. Erst kürzlich hätten die Araber in Umbügwe Schwierig­keiten gehabt, die durch Dr. Baumann zu ihren Gunsten beigelegt worden seien, sodass man jetzt schon nur mit einem Spazierstock bewaffnet, in Umbügwe reisen könne. Die Leute baten mich, an der Küste dem Gouverneur

Si*