XXXI. KAPITEL.
Vom Nyansa nach Irängi.
Sofort nach unserer Ankunft in Mwänsa wurde mit den Vorbereitungen für den Weitermarsch begonnen. Die Lasten, die hier über zwei Monate gelagert hatten, mussten nachgesehen und die Sammlungen neu verpackt werden. Von meinen Leuten war leider einer bei einem Scharmützel der Station mit Rwöma gefallen, mehrere andere waren erkrankt. Hierzu kam, dass 12 Mann für die Station als Soldaten engagirt worden waren. So musste ich unter den Eingeborenen mehrere Reserveträger anwerben. Da einige meiner Soldaten mit den Kanus noch nicht angelangt waren, und ein Aufseher mit mehreren Trägern im Auftrage der Station noch abwesend war, musste ich meinen Abmarsch noch um einige Tage hinausschieben. Die Wartezeit beschloss ich in dem nahen Nyängesi zu verbringen, woselbst die erste »Vorexpedition« der Anti-Sklaverei- Lotterie sich seit Kurzem etablirt hatte.
Ueber die Station Mwänsa und ihre Umgebung wurde bereits früher gesprochen. Es bleibt nur noch zu erwähnen, dass zur Zeit das Verhältniss zu den umliegenden Häuptlingen kein allzu günstiges war. Die Wassuküma-Chefs nördlich und östlich der Station waren allerdings meistens friedlich; im Westen aber waren die Verhältnisse mit Rwöma immer noch nicht ganz geklärt, wenn auch ein friedlicher Abschluss in Aussicht stand, und in den einige Tagemärsche südlich der Station gelegenen Landschaften Nera und Ssingerema vollends schien die Bevölkerung der Station direkt feindlich gesinnt zu sein. Die Feldwebel Hoffmann und Kühne waren hier angegriffen worden, und Ssingerema hatte man bestrafen müssen (3. Dezember 1891), weil er mehrere Monate zuvor eine Karawane der französischen Mission vernichtet hatte. So war es mein- als wahrscheinlich, dass auch wir in dieser Gegend Schwierigkeiten zu erwarten hatten. Die Station konnte jedoch für den Augenblick noch nicht gegen diese Widerspenstigen vorgehen, da sie nur über sehr wenig ausgebildete Soldaten und eine Anzahl von neu eingestellten Rekruten verfügte.
In der Umgegend von Mwänsa hatte sich in der Zeit unserer Abwesenheit eine kleine Handelsniederlassung gebildet. An einer Bucht nördlich der Station