XXVII. KAPITEL.
Zweite Umgehung des Albert-Edward-Sees und Marsch durch Mpöroro -Karägwe bis zum Nyansa.
Von unserm hochgelegenen Lager niedersteigend, durchschritten wir einen schmalen Waldrand und gelangten in ein mit niedrigem Gras bedecktes hügeliges Terrain. Bei dem kleinen Gehöfte Libässi im Distrikte Alibwäki des Häuptlings Mbene schlugen wir unser Lager auf.
Ungefähr 10 Minuten nördlich von uns lag die Ansiedelung der Manyema, ein grosser Komplex von viereckigen Lehmhäusern mit strohgedeckten Giebeldächern. Eine eigentliche Station war nicht vorhanden. Die Häuser waren weder regelmässig angeordnet, noch im ganzen auf irgend eine Weise umfriedigt. Die grossen, nach Sansibarart gebauten Lehmhütten, an denen jedoch die Veranda fehlte, machten einen leidlich wohnlichen Eindruck, besonders auf uns, die wir zwei Jahre lang nur die runden Negerhütten gesehen hatten. Ein Sonnendach diente als Empfangsraum. Hinter jeder Hütte war ein besonderer Hof eingefriedigt, der Dorfplatz selbst war sauber gehalten, die Umgegend dagegen höchst schmutzig und verwahrlost. Alle Leute zeigten sich reinlich gekleidet und gut genährt. Auch die zahlreichen Kinder — natürlich Sklaven, die von den Eingeborenen geraubt worden waren, — sahen ganz zufrieden und gesund in die Welt. Ausser der landesüblichen Ele.usine baüt man liier noch Reis, Sesam, Erdnüsse, Bohnen und anderes. Die Umgangssprache ist Kisswahüi, und auch die Eingeborenen, die in der Nähe wohnen, können sich vielfach in diesem Dialekt verständigen.
Etwa 1 1 /i km westlich von uns erhob sich der Abhang eines mit Gras bedeckten Plateaus, das nach Süden zu leicht ansteigt. Coulissenartig schieben sich seine einzelnen Ausläufer in die Issängo-Ebene hinein. An einem kleinen Bach, aus dem wir Wasser schöpften, standen Schraubenpalmen (Pandanus), eine ziemlich seltene Erscheinung in dieser Gegend.
Unter der Führung einiger Manyema marschirten wir nach S.S.W, weiter durch die Grassteppe, die von verschiedenen kleinen Bächen durchschnitten wird. Bei einem Gehöfte Lebäno des Distriktes Bueru (Häuptling Nyumbi'ra) mussten wir übernachten, da vor uns eine grössere Strecke hin keine Nahrungsmittel zu