XXV. KAPITEL.
Zweiter Aufenthalt in Undüssuma. — Ausflug zum Albert-See. — Abschied vom Pascha.
Bei Bilfppi schien uns ein längerer Aufenthalt bevorzustehen. Der Düki- 6. November fluss war stark angeschwollen und augenblicklich unpassirbar, auch war anzunehmen, dass die Verhandlungen über unser weiteres Fortschreiten sich noch einige Tage hinziehen würden. So bauten wir einige Hütten für die Lasten und ebensolche für uns selbst zum Wohnen.
Einige Tage vorher war bereits, wie erwähnt, bei einem Träger ein sehr verdächtiger Ausschlag aufgetreten, der ganz die Symptome der Pocken zeigte. Wir hofften, dass es sich nur um einen vereinzelten Fall von Wasserpocken handelte: der Pascha aber fürchtete doch, dass eine Epidemie sich einstellen möchte, die denn auch in der That kam, um zu allem Missgeschick noch ein weiteres hinzuzufügen.
Bih'ppis Sohn kam erst im Laufe des Tages zu uns. Er war krank gewesen und hatte sich bei einem einige Stunden entfernten Zauberer Medizin bereiten lassen. Wir fragten, worin diese bestanden habe, und erfuhren, dass ihm der weise Mann einen Strang aus Gras um den Hals und einen Baststreifen um die Füsse gelegt hatte, was einen Brustkatarrh vertreiben sollte.
Am Abend kamen die ausgesandten Leute mit der überraschenden Meldung 7- November zurück, dass kurz nach unserer Abreise von Undüssuma eine Karawane, von zwei Engländern geführt, bei Kaväli angekommen sei. Es wurde sogar über ihren Zug berichtet, dass sie bei Karukwänsi Leute zurückgelassen und mit den Warassüra gekämpft hätten. Nach einmonatigem Aufenthalt bei Kavali seien sie wieder abgezogen, zusammen mit allen Ssudanesen und verstärkt durch eine grosse Menge Leute, die unter der Führung von Ferradj-Aga-Adjök von Norden angekommen wären. Zu Madsamböni selbst seien die Europäer nicht gekommen, nur ihre Leute hätten sich dann und wann dort Nahrung für Salz ausgetauscht. Die Engländer seien vorangegangen, und einige Tage später sei ihnen die ganze Schaar der Ssudanesen gefolgt. Aus den Angaben der
Stuhlmann, Kmin. 36