Abschied 2?I
so zivilisiert in ihrer Unterhaltung! Die Tafeln fürstlich gedeckt mit Porzellan, Glas und mehreren Messern und Gabeln; und eisgekühlte Speisen und Getränke! Wir kommen uns mit unseren Expeditions-Gewohnheiten beschämend rauh vor in all dieser Kultur.
Aber trotzdem! Da ich nun das ungebundene, wundervolle Leben in der Wildnis kenne, möchte ich nicht hier an der europäisierten Küfte leben. Von Afrika hat man nur die unerfreuliche Seite: furchtbare Hitze, Malariagefahr, im Vergleich zu Deutschland schlechte Wohnungs- und Verpflegungsverhältnisse. Das Schöne: die Freiheit des Lebens in der großen Natur, die tägliche Beobachtung von Neuem, Interessantem, das fehlt. Dafür aber genießt man alle Schattenfeiten der heimatlichen Kleinstadt. Geistige Anregung, wirkliche Kultur muß man entbehren. Da ich nun die große Freiheit des Wanderns kenne, muß ich entweder in Europa bleiben oder ganz und gar in die Wildnis gehen.
Der frische, kräftige Passat hat uns gefaßt, und trotzdem Himmel und Meer im Harmattcm-Dunst grau und bleiern sind, ist doch das Schwere, schwül Drückende verschwunden. Und damit ist auch der Schmerz überwunden, den der Abschied von dem glutvollen, heißen Land uns bereitet hat. Nun geht es vorwärts auf ein Neues.
Unser Schiff zieht mächtig voran, Meilen gleiten unter uns hinweg. Es ist schön, wunderschön, dies Gefühl, mit jeder Stunde der Heimat näher zu kommen.
Auf hoher See, den 17. Januar