Der letzte Cxpcditionsabend 229
Masthaus Melong, den ZV. Dezember I?lZ.
Der letzte Expeditionsabend, das letzte Rasthaus, das letzte Mal die Feuer und die phantastischen Tänze unseres Trägervolks. Das reiche Dschangland, in dem die Verwaltung Großartiges leistet, das zerschnittene Rcmdgebirgc des Hochlandes mit brausenden Wasserfällen, schwarzgrünem Wald und riesigen Felsgebilden, der Abstieg und die tischflache, grasige Mbo-Ebene, alles liegt hinter uns. Hinter uns auch die enormen Märsche, in denen wir die weite Strecke überwunden haben. Morgen mittag ist die Expedition zu Ende, wenn wir die Bahn erreichen.
Heute wohnen wir noch einmal im mattengedeckten afrikanischen Haus, und zum Schluß zeigt sich uns dies Land in aller Herrlichkeit. Seit wir uns von der glatten Fläche der Mbo-Ebene entfernt haben, in der die Gewässer flach und wenig eingeschnitten dahinschleichen, und die Ausläufer der vulkanischen Ergießungen des Manenguba erreichten, sind wir durch bald lichten, bald geschlossenen Wald von Palmen gewandert. Ich habe das gar nicht so in der Erinnerung vom Anmarsch vor einem Jahre, diese Tausende und Tausende von schlanken, hohen Stämmen, die die runden, wehenden Kronen tragen; soweit das Auge reicht, dehnt sich die Palmcnlandschaft aus. Das hohe, gelbliche Gras oder dichtes, verwirrtes Unterholz mit undurchdringlichen Blättermengen füllen den Grund. Die Palme selbst ist das Beherrschende, Eindrucksvolle. Ganz zart und dunstig steht die mächtige Silhouette des Manenguba da-
^"'^ Duala, den 7. Januar >?!?.
Kann man sich zu Haus überhaupt vorstellen, wie es wirken muß, wenn Leute, die mehr als dreizehn Monate in der Wildnis umhergezogen sind, plötzlich mitten in einem