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Auf der Savanne : Tagebuch einer Kamerunreise ; mit 16 Bildtafeln und Abbildungen im Text nach eigenen Zeichnungen und Photographien und einer Übersichtsskizze des Reisegebietes / von Marie Pauline Thorbecke
Entstehung
Seite
222
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222 Sin Dji-Hof

Häuser schlössen rechts und links das Bild. Keine andere Hausanlage in Kamerun ist so vollkommen, so vornehm und malerisch abgeschlossen wie solch ein Dji-Hof. Unsere Tikar-Leute, die meist Bamum noch nicht kannten, waren vollkommen starr. Sprachlos standen sie vor dem, was ihnen wie ein Märchenschloß vorkam, erst nach einigen Mi­nuten kam der kurz und abgerissen hervorgestoßene Laut der Bewunderung eines jeden Negers: ä, ä, ä!

Und diese Äcker ringsherum! So große, zusammen- hängende Flächen bestellten Landes haben wir doch, außer bei Tibati, östlich des Mbam kaum gesehen, wo ein jeder sich seinen kleinen Acker selbst bestellt. Hier werden eben, ähnlich wie bei uns zu Haus, draußen auf dem Land in Großbetrieb und Kleinbetrieb die Lebensmittel für die große Stadt produziert; denn in Fumban wollen täglich 20 000 Menschen essen, und die Äcker und Plantenhaine im Weich­bild der Stadt reichen dafür bei weitem nicht aus. Die riesigen Märkte, auf denen zweimal in der Woche Tausende von Menschen zusammenkommen, vermitteln den Austausch. So bekannt uns Europäern das erscheint, so habe ich doch das Gefühl, daß für Afrika diese Verhältnisse etwas Un­gesundes haben; und tatsächlich ist ja die Zusammenziehung eines so großen Teiles der Bevölkerung an einem Platz nur das Überbleibsel aus den geschlechterlangen Kriegen mit den Fullah.

Fumban, den Z0. Dezember I?IZ.

Bamum ist doch die Krone! Wir sind wieder wie ver­zaubert von dem unbeschreiblichen Reiz dieser Stadt, die groß und lebensvoll ist nur durch die Kraft und den Willen der Neger allein, und die daher so ganz einheitlich und ge­schlossen wirkt. Hier ist der Negerhäuptling Fürst und Herr