Druckschrift 
Auf der Savanne : Tagebuch einer Kamerunreise ; mit 16 Bildtafeln und Abbildungen im Text nach eigenen Zeichnungen und Photographien und einer Übersichtsskizze des Reisegebietes / von Marie Pauline Thorbecke
Entstehung
Seite
218
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Eiliger Rückmarsch

Mühe vorstellen können, wie wir damals, als wir über den Mbam kamen, mit fremden Augen hier herumzogen, wie uns alles so leer erschien, so als Inbegriff einer schlechten Karte, unter der man sich alles und nichts vor­stellen kann. Wie haben sich uns nun die leeren Räume erfüllt! Aus schlechten Kartenlinien und unklaren Berichten ist uns ein farbiges Land geworden, über dem der Himmel in Nacht und Tag, in Dunst und Klarheit, in drückender Hitze, tollem Sturm oder leichter, wolkiger Frische wechselt, das sein Gewand ändert vom verbrannten Schwarzgelb, über das rosige Flimmern zum Grün, das immer tiefer, blauer und schließlich brauner wird. Wir kennen alle seine Berge mit Wäldern und Felsen, die lebendigen Flüsse, die am Boden haftenden Menschen und alles, was sie sich aus diesem Land herausholen und gestalten. Wir können uns kaum denken, daß nicht jeder zu Haus die gleiche leben­dige Vorstellung von unserem Lande hat.

Rasthaus Kumojascha, den 18. Dezember 1912.

Wir haben uns vorgenommen, alle Schwierigkeiten, alle Strapazen dieses Gewalt-Rückmarsches von der lustigen und komischen Seite aufzufassen. Denn sonst kommen wir überhaupt nicht durch. Wege, diegroße Straße" heißen und dabei wenige Dezimeter breit sind, über Stock und Stein gehen und von hohem, scharfem Gras überwuchert sind; fast unpassierbare, über Felsen tosende Gewässer; kranke Träger, die unterwegs liegen bleiben; Verpflegungs­schwierigkeiten, und dabei immer das Bewußtsein, daß wir eilen, eilen müssen, um die Sammlungen, die in Bamum stehen, und alles, was wir außerdem mitbringen, an der Küste ordentlich zu verpacken und doch den Dampfer noch