Nächtliches Attentat
müssen, Ergänzungen der ethnographischen Erkundungen, Ordnen und Katalogisieren von Sammlungen, zu denen jetzt die Zeit schon recht knapp wird. Zugutcrletzt müssen wir auch nach Joko zurück, weil einfach alle unsere notwendigen Lebens- und Wirtschaftsvorräte aufgebraucht sind oder sich dem Ende zuneigen. Mehl, Zucker, Obst und Gemüse haben wir schon lange nicht mehr, und alles, was wir in den letzten acht Tagen gegessen haben, stammt hier aus Tibati. Aber nun sind auch Tee, Kaffee, Kakao fast verbraucht, Seife ist alle, Salz müssen wir schon bei den Haussah kaufen, das Pfund für zwei Mark, und das Petroleum wird auch nicht mehr lange reichen. Es hilft also nichts, wir müssen fort. Am 1. September sagen wir unserem wackligen, aber so gemütlichen Häuschen Lebewohl und gehen in fünf starken Märschen zurück. Es wird wohl eine feuchte Reise werden, Regen von oben, Morast von unten, aber das feste, trockene Haus in Joko winkt.
Joko, den 12. September ISI2.
Das war Afrika! In dunkler, regenverhangener Nacht wache ich plötzlich aus tiefem, friedlichem Schlaf auf durch irgend etwas Entsetzliches, das mit meinem Kops geschieht. Ich merke, daß ich laut schreie, und hinter dem Ohr fühle ich ein furchtbares Gewicht, einen rasenden Schmerz. Ich fasse hin; da ist ein schweres Ding, ein Ding von Eisen, es geht nicht fort, es steckt drin in meinem Kopf! „Franz, mein Kopf, Franz, mein Kopf", er springt aus dem Bett, „etwas von Eisen steckt in meinem Kopf!" Ich höre ihn aufbrüllen, nach Hilfe schreien und flehe nur immer: „Zieh es heraus, zieh es heraus!" Er reißt das Moskitonetz hoch, faßt zu, ein Ruck, bei dem ich glaube, die ganze