Freude am Wandern
Sami, den ll. August
Wandern ist doch das Schönste! Dieser Wonne, etwas zu sehen, zu erfassen, was bisher unbekannt oder unverstanden war, weiß ich nichts zu vergleichen. Und jedes Dorf, jeder Rastplatz ist anders als alle früheren, und doch überall unser grünes Zelthaus, in dem jedes Ding gerade in seinen Platz hineinpaßt, in dem heute alles ebenso ist wie gestern, so daß man sich stets heimisch darin fühlt. Von den vier Gnaden, die im weftöstlichen Diwan dem Araber durch Allah verliehen sind, genießen wir die eine immer wieder: „ein Zelt, das man vom Orte rückt, um überall zu wohnen".
Fünf Tage haben wir in Joko auf Träger warten müssen, fünf herrliche, trockene, sernsichtklare Tage. Als sie endlich eines Mittags bereit waren, haben wir in rasender Eile alles zum Aufbruch fertig gemacht und sind abmarschiert, nordwärts, auf der Tibatistraße. Die ersten Tage wars stets das gleiche: eine Hochfläche in 1000 m Höhe, in die in gewundenem Lauf die Bäche tiefe Täler eingeschnitten hatten. Die Savanne wurde immer baumloser, auf den Rücken wuchs fast nur noch das helle, hohe Gras, die Wälder an den Gewässern wurden ärmlicher, manchmal bestanden sie nur aus wenigen Büschen, und oft reichte das Gras bis ans Wasser. Einförmig und großartig in dieser Einförmigkeit erschien uns die Landschaft. Ein paarmal erblickten wir bekannte Bergkuppen oder -gruppen im Süden und im Westen, aber nirgends war ein Abfallen der Hochfläche zu bemerken, weithin nach Osten, Westen und Norden dehnte sie sich in immer gleicher Höhe aus. Sehr hübsche, gut gehaltene Dörfer lagen an der Straße, rings von einem Gürtel reifender Maisfelder ein-