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Auf der Savanne : Tagebuch einer Kamerunreise ; mit 16 Bildtafeln und Abbildungen im Text nach eigenen Zeichnungen und Photographien und einer Übersichtsskizze des Reisegebietes / von Marie Pauline Thorbecke
Entstehung
Seite
155
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Überquerung der Ndomme 155

Dukan aber wird erst der wirklich herrschende Häupt­ling in den Augen seines Volkes, wenn Ngutte tot ist. Dann bekommt er den Häuptlingsnamen Ngutte; es würde ihm den Tod bringen, wollte er ihn jetzt schon führen.

Nun aber zu Tina, Ngaddes Sohn, der zum Lamido von Tibati flüchtete; als dieser Held sah, daß sein Schutz­herr von den Weißen, die mit großer Macht gekommen waren, gefangen wurde, brach er in dessen Gehöft ein, raubte viele Weiber, stahl, was er bekommen konnte, und flüchtete nach Joko. In einiger Entfernung von der Station sitzt er jetzt mit seinem alten Fuk-Anhang und gebärdet sich wie ein großer Häuptling. Ungekühlt ist sein Rachedurst gegen alle Wute aus dem Ngutte-Geschlecht, Dukan nennt ihn heute noch seinen bittersten Feind.

Lohnt das alles nicht einen Tag?

Mangong, den 21. Juli I?I2.

Wir sind den neuen, bisher unbekannten Pfad ge­zogen und kommen morgen an die große Straße, die von Ngambe über Jakong nach Joko führt. In schmaler Wald­schlucht, in der wunderbare Wasserfälle brausten, sind wir von der Wute-Ebene ins Gebirge eingedrungen, erst gegen Abend kamen wir zum steilen Aufstieg auf das Plateau, wo der kühle Wind über die Fläche strich und die bekann­ten Gipfel im Osten und Westen uns grüßten.

Dann waren wir oben auf einem der Felsberge, die der Fläche des Gebirges aufgesetzt sind. Es war eine arge Kletterei nach endlosem Stapfen durch Sumpfland; aber oben war es auch herrlich über alle Maßen! Das ganze, große Gebirgsland und die fernen Jnselberge der Ngambe- Ebene lagen vor uns wie eine Landkarte ausgebreitet, nur