Druckschrift 
Auf der Savanne : Tagebuch einer Kamerunreise ; mit 16 Bildtafeln und Abbildungen im Text nach eigenen Zeichnungen und Photographien und einer Übersichtsskizze des Reisegebietes / von Marie Pauline Thorbecke
Entstehung
Seite
123
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Gewässer in der Regenzeit 12?

Wir haben stramme Märsche gehabt, länger als wir gedacht hatten; fortwährend mußten wir hinauf und hinab und über oder vielmehr durch viele Bäche, die jetzt in der Regenzeit stark angeschwollen sind. Da das Ufer meist sehr steil oder sumpfig ist, so kann man nicht zu Pferd durchs Wasser, und, als ob es gar nicht anders sein könnte, nimmt einen dann ein Schwarzer Huckepack. Mir ist es jetzt schon selbstverständlich, so komisch es mir auch zu Anfang vorkam. Die ersten Tage ging es noch an mit dem Wasser, aber zu­letzt waren die Bäche infolge eines starken Regengusses fo tief, daß das Wasser mit starkem Strom den Leuten bis an den Gürtel ging. Da thronten wir denn oben auf den Schultern unserer schwarzen Träger. Mit den Pferden war die Sache viel schwieriger. Die Stute ist uns zwei­mal an einer senkrechten Uferwand rücklings wieder ins Wasser gestürzt.

Wunderbar fruchtbar ist das ganze Land, besonders die Senken zwischen den Höhenzügen. Da dehnen sich Mais- und Hirsefelder scheinbar unendlich aus, alle jetzt so frisch mit den weit auseinander stehenden, strahlend grünen, breitblättrigen Stauden. Kleine Farmdörfer liegen dazwischen, manche werden überhaupt nur zur Säe- und Erntezeit bewohnt, und alles gehört dem Häuptling von Joko. Unsere Träger und Boys haben sich beinahe totge­futtert an den Mengen von Fufukuchen, die von all den Farmdörfern zu dem Platz herangeschleppt werden, wo wir schlafen.

Joko, den lv. Juni I?IZ.

Heute früh ist ganz rasch und unerwartet unser Tiger­hund gestorben. Nun haben wir auch unseren vierbeinigen Kameraden verloren. Es ist uns sehr, sehr schmerzlich. Am letzten Nachmittag war er nicht mehr so lebhaft wie