Erkrankung des Reisegefährten 81
Wenn es nur erst regnen wollte! Es ist mörderisch heiß und der Himmel graugelb in zitterndem Dunst.
Mongong, den I?. März 191 z.
Alles anders, alles, alles; der Himmel und die Luft und unsere eigenen Pläne.
Wir kamen gestern erst spät ins Lager, nach weitem Weg und viel Arbeit sehr müde, aber mit der Absicht, nur die eine Nacht hier in dem ärmlichen kleinen Dorfe zu schlafen und am anderen Morgen auf die erste Stufe des Ndommegebirges hinaufzusteigen. Aber wir fanden Wai- bel, der drei Stunden vor uns angekommen war, in sehr trauriger Verfassung. Es ist eine regelrechte Dysenterie bei ihm ausgebrochen, zwar nicht schwer und ohne Schmerzen, aber sonst mit allen unverkennbaren Anzeichen dieser gefährlichsten und langwierigsten Tropenkrankheit.
Das stößt alle unsere Pläne um. Waibel muß fest liegen, darf mehrere Wochen nicht im Felde arbeiten und muß sich dann noch eine Weile schonen. An eine gleichzeitige Erforschung der Ndommeberge von Norden und von Süden ist nicht zu denken. Er ist natürlich am aller- traurigften darüber, und man kann nichts tun, als ihm Mut zusprechen und ihn beruhigen.
Wir werden es nun wohl so machen, daß Franz allein in die Berge geht und auch nach Linde, um die Lasten zu holen, die Waibel dort gelassen hat. Ich versorge unterdessen den Kranken hier während der Liegezeit. Zum Glück scheint es wirklich nur ein ganz leichter Fall zu sein.
Wir hatten uns gerade von dem ersten Schrecken gefaßt, hatten unsern Reisekameraden so gut gebettet, wie es in der Eile eben ging, da wurden unsere Gedanken plötzlich
Thorbecke, Auf der Savanne. 6