Druckschrift 
Auf der Savanne : Tagebuch einer Kamerunreise ; mit 16 Bildtafeln und Abbildungen im Text nach eigenen Zeichnungen und Photographien und einer Übersichtsskizze des Reisegebietes / von Marie Pauline Thorbecke
Entstehung
Seite
76
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7H Buschlager

laufe werden verändert, und so ist auf dieser scheinbar ewig gleichen Ebene alles in dauerndem Fluß.

Heute ist es leider sehr dunstig; wir sitzen am Fuß des Tsimklongberges und sagen uns, daß es nicht den ge­ringsten Sinn hat, hinaufzuklettern, weil man kaum weiter als 200 in sehen kann. Das Wetter ist sehr merkwürdig hier: bei Tag glühend heiß und ohne jede Fernsicht, bei Nacht klar und eiskalt; letzte Nacht hatten wir 3,5° C. Für uns ist ja dieser Wechsel sehr gut und gesund, aber unsere Schwarzen tun mir oft leid dabei, sie frieren jäm­merlich des Nachts. Heute müssen sie sogar im Freien schlafen, durch Dummheit oder Faulheit ihres eigenen Head- mans. Es liegt nämlich eine Ansiedelung oben auf dem Berg, aber der Führer, dem es wahrscheinlich zu unbe­quem war, hinauf zu gehen, hat uns das verheimlicht und uns alle zum Nachtquartier hier unten in die Savanne ge­führt. Zu essen gibt es auch nichts, wenn es nicht gelingt, von Bengbeng etwas herzuschaffen. Das ist ein großer Ort, aus dem man unangemeldet wohl für 50 Leute Chop erhalten kann; von den einzelnen kleinen Farmen ist das nicht möglich, da muß am Tag vorher bestellt werden. Für unsere Boys haben wir von der letzten Siedelung noch Hirsekuchen und Hühner mitgenommen, die Tikar-Leute müssen nun selber sehen, wie sie in ihrem Land zu essen bekommen.

Nkang, den s. März I9IZ.

Endlich sind wir wieder unterwegs; der Aufenthalt in Bengbeng ist länger geworden, als wir beabsichtigten, und der Grund war ärgerlich genug. Franz hatte in einem Fuße einen großen Sandfloh, diesen lästigsten Plagegeist in Kamerun, der ihm nicht weh getan hatte, und der sich