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Auf der Savanne : Tagebuch einer Kamerunreise ; mit 16 Bildtafeln und Abbildungen im Text nach eigenen Zeichnungen und Photographien und einer Übersichtsskizze des Reisegebietes / von Marie Pauline Thorbecke
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Ruhetag

Heute früh um 4 Uhr sind beide aufgebrochen, um die höchste Erhebung des Bapit zu besteigen. Sie müssen wohl 1000 m hinauf, es wird anstrengend werden, denn bis zur Dunkelheit wollen sie zurück sein. Dreißig Träger gehen mit, um Weg zu schlagen; oben ist zum Glück alles Gras kürzlich abgebrannt. Aber ich fürchte, es wird nicht viel Aussicht geben, jedenfalls nicht bis zu den Tikargebir- gen; der Dunst ist zu dicht in dieser Jahreszeit.

Im Lager ist heute großer Wäschetag. Jeder Boy hat Seife bekommen und ist mit seinen Tüchern und Hemd­chen zum Bach gezogen, wo Wäsche und Menschen zugleich geseift und gespült werden. Nach und nach kommen sie jetzt zurück, die schwarze Haut glänzend vor Sauberkeit. Ich habe etwas gezeichnet, geschrieben, genäht und geflickt. Ein richtiger Ruhetag ist ab und an ganz gut für mich, denn an den Wandertagen ist es doch fo, daß ich abends im Quartier am meisten zu tun habe und am letzten zum Stillsitzen komme. Dann finden Koch und Boys, die natür­lich nicht lesen können, in den Kisten nicht die richtigen Konservenbüchsen; dann bittet einer um Seife, einer um Salz, und vor allem nimmt das viele Wundenwaschen und Verbinden Zeit in Anspruch und macht sehr müde. Es ist noch kein Wandertag vergangen, an dem ich nicht abends mindestens drei halb abgeschnittene Zehen behandelt und ein paar eiternde Geschwüre verbunden habe. Das sind eben Dinge, die man nicht den Bovs überlassen kann, und die sorgfältig gemacht sein wollen. Unterwegs habe ich ja dafür auch am wenigsten zu tun.

Fumban, den I?. Januar I9l?. Zwei Tage wandert man über die Steppe. Der Bapit, an dessen Fuß man einige Stunden entlangzieht, verblaßt