Druckschrift 
Auf der Savanne : Tagebuch einer Kamerunreise ; mit 16 Bildtafeln und Abbildungen im Text nach eigenen Zeichnungen und Photographien und einer Übersichtsskizze des Reisegebietes / von Marie Pauline Thorbecke
Entstehung
Seite
45
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Futter zubereitet. Franz hat sie schrecklich bedroht, wenn sie das Feuer nicht hüteten, würde jeder von ihnen erst von den Soldaten Prügel kriegen, und nachher würde er sie noch totschießen. Jetzt sind alle Feuer erloschen, die kleinen Boys sind unter das äußere Zeltdach gekrochen, und wir wollen schlafen gehen.

Basset, den 8. Januar

Schon den vierten Tag sind wir im fabelhaften Land Bamum, vielleicht dem Land der intelligentesten Neger Kameruns, in dem für den Europäer wahrlich Milch und Honig fließt. Man wird behandelt wie ein in mensch­licher Verkleidung wandelnder Gott. Der Sultan Njoja hat überall an der Straße riesige Raststationen bauen lassen und einenDji" eingesetzt, der voll Ehrfurcht alles herbei­schafft, was man irgend haben will. Wenn unsere Träger alles das an einem Tag fressen wollten, was für sie an­geschleppt wird, sie müßten sterben. Für uns stehen bei unserer Ankunft Körbe mit Hühnern, Töpfe mit Mais­mehl, große Trauben der herrlichsten Bananen bereit, und der Dji mit seinem Gefolge begrüßt uns so ehrfürchtig, daß nur noch der Fußfall fehlt. Bis Basset ist sogar ein besonderer Abgesandter Njojas uns entgegengekommen.

Es blutet einem das Herz, daß man hier nicht vier Wochen sitzen kann, nicht des guten Quartiers wegen, son­dern wegen des zauberhaft schönen, gigantischen Vulkan­gebirges Bapit, an dessen Fuß wir lagern. Franz und Waibel sind gestern gegen Abend noch auf einem der vielen, einzeln liegenden kleinen Vorkraterberge gewesen und kamen ganz außer sich vor Begeisterung zurück. Wie eine Mondkarte, Kraterring um Kraterring, sieht das Land hier aus, alles frische, schwarze Lava, und wo sie verwittert ist, ein üppiges Gartenland.