Druckschrift 
Auf der Savanne : Tagebuch einer Kamerunreise ; mit 16 Bildtafeln und Abbildungen im Text nach eigenen Zeichnungen und Photographien und einer Übersichtsskizze des Reisegebietes / von Marie Pauline Thorbecke
Entstehung
Seite
16
Einzelbild herunterladen
 

^ Die Träger

Aufbruch geht es oft wild zu; um leichte Lasten balgen und kratzen sie sich wie Verrückte und brüllen wie ungezogene Kinder, wenn man sie ihnen wegnimmt. Ich habe ein paar Leuten mit meinen Konservenbüchsen fest auf die Finger hauen müssen, weil sie mir während des Einpackens die halb leeren Kisten unter den Händen fortreißen wollten.

Jeden Abend melden sich Kranke, die behaupten, ent­setzlich schmerzhafte innere Krankheiten zu haben, und ent­lassen fein wollen. Einer oder der andere hatte auch wirklich etwas Fieber. Dann wird die Reiseapotheke geholt und Medizin verabfolgt, Antidpsenteriemittel, Chinin und Antipyrin ausgeteilt. Da alles schlecht schmeckt, waren die Kranken am andern Tag gesund.

Dschang, den 4. Dezember ISI I. Der erste Teil des Anmarsches liegt hinter uns. Auf der Station Dschang haben wir unsere Träger entlohnt und entlassen und wollen nun eine Woche hier bleiben. Der Stationschef von Dschang, Oberleutnant Rausch, leitet den Bezirk schon seit Jahren, von ihm wollen wir uns alle Auskünfte holen, die wir für die Reife nach VanaBan- gcmtc brauchen. Nach den sechs Marschtagen freuen wir uns auch sehr auf etwas Ruhe. Wenn es ja auch nie sehr lange Strecken waren, die wir zurückgelegt haben, etwa 14 bis 20 Km, so haben wir doch immer 4 bis 6 Stunden dazu gebraucht, mit Aufenthalten, Photographieren, Messen und Beobachten. Und vor 7 Uhr sind wir morgens nie fortgekommen durch all die Schererei mit den Trägern, die wirklich nicht viel besser waren als wilde Tiere; so ist es denn oft 2 Uhr geworden oder gar noch später, bis wir im Lager anlangten.