Lagerlebcn y
Schutz. Auch unsere Bitte um Zuteilung von einem oder zwei ständigen Polizeisoldaten ist abschlägig beschicken worden. Nun, dann müssen wir eben sehen, wie wir ohne sie fertig werden; uns ist nicht bange ums Durchkommen.
Nkongsamba, den 24. November
Lagerleben! Wir Hausen zwar im Unterkunftsgebäude der Eisenbahn, aber das sind kahle Wände, ein Dach und eine Veranda, nur etwas größer als das Zelt, sonst ist schon richtiger Expeditionsbetrieb. Wir kramen und wühlen zwischen Koffern und Kisten, um alles marschbereit zu machen. Heute früh ist eine Karawane von 60 Trägern mit 6 Headleuten und einem Stationsdolmetsch abgezogen, sie bringen etwa zwei Fünftel unseres Gepäcks nach Dschang voraus.
Als sie gestern abend ankamen, gab es vor unserm Haus eine lustige, bunte Szene. Alle die fast nackten, dunkeln Kerle — 71 an der Zahl — wurden in einer langen Reihe aufgestellt, nach Headmannschaften geteilt, und dann zuerst die Kranken ausgesondert und trotz ihres Sträubens mit einem „Move!" nach Hause geschickt. Daraus wurde die^Chop-Frage erledigt; „Chop" bedeutet Essen und soll das wichtigste Wort bei einer afrikanischen Reise sein. Natürlich erklärten alle 66, sie hätten nichts, aber Franz ließ jeden seine Basttasche, den „Buschpack", aufmachen, und da fand sich denn, daß von den 66 nur 28 nichts oder nicht genug hatten und mit je einem Becher Reis beschenkt werden mußten. In geringer Entfernung von unserm Hause bezogen sie ihr Trägerlager, zündeten auf der Mitte des weiten Platzes große Feuer an, und dann fah man sie wie Schatten davor hin und her laufen,