sieben Jahre sind seit meiner Rückkehr aus Südwestafrika verflossen. Wie ein Traum liegt jene Zeit hinter mir. Aber durch all die Jahre hier in Deutschland begleitete mich die Sehnsucht nach drüben. Wann wird sie schweigen? Wen die Sirene einmal gefangen, den hält sie. Inmitten tosenden Lebens, inmitten tiefer Einsamkeit tönt ihr lauter dringlicher Ruf. Und wenn man sich endlich bescheidet und denkt, sie ist schlafen gegangen — all die vergeblichen Wünsche, die Enttäuschungen haben so müde und mürbe gemacht —, ruft sie dennoch wieder, die Stimme der Sehnsucht. Wer von all denen, die draußen waren, könnte sich ihr verschließen?
So kam es, daß ich die Vorgänge in Südwest auch aus der Ferne mit regster Teilnahme verfolgte. Dort hatte der Herero- und Hottentottenaufstand große Umwälzungen zur Folge gehabt. Das alte, romantische Südwest hat einem neuen praktischen Lande mit anderen Menschen, Verhältnissen und Lebensbedingungen Platz gemacht. Trotzdem wäre ich gern wieder hinausgezogen, um mit frischem Mute das Glück noch einmal zu versuchen. Fernab vom Getriebe der Menschheit, von der bedenklichen Halbkultur eines neuen Landes hätte ich
III