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Quer durch Uganda : eine Forschungsreise in Zentralafrika 1911/1912 / Rudolf Kmunke
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AM RANDE DER KULTUR.

Die letzte Station I Die Praxis Dr. Stiglers I Der misstrauischeNaquahäuptling Die Ermordung Kirkpatricks I Die zweite missglückte phonographische Auf~ nähme I Billige Lebensmittelpreise I Küchensorgen I Die Disziplin in der Karawane I Gezwungene Träger.

Wir begaben uns alle am Tage, da unser Lager mit knapper Not von dem Steppenbrand verschont blieb, frühzeitig zu Bette. Uns hatte die durchgemachte Aufregung, Dr. Stigler das stundenlange Umherirren in der Steppe müd gemacht, und ausserdem hiess es am nächsten Morgen schon um 4 Uhr aufstehen, da wir bis Kaketta, der letzten Eingeborenenstation des von den Engländern verwalteten Gebietes, 17 Meilen vor uns hatten. In glühender Sonnenhitze mar­schierte die lange Karawane 5V2 Stunden, da wir erst knapp vor dieser Station eine Wasserstelle fanden, an der die erschöpften Träger kurze Rast hielten. In Kaketta begrüsste uns wieder der Häuptling, der, ebenso wie seine Leute, gross und prächtig von Gestalt war. Sie hatten alle den Karamoj oschmuck, schwere Eisenringe um den Hals und in der Unterlippe einen Glas-, Stein- oder Hornstift. Manche der jüngeren Leute trugen ausserdem noch in der Zungenspitze Messing­ringe, die oft einige Perlen aufgefasst hatten, einen ganz exotischen, sonst nirgends vorgefundenen Schmuck.

Am nächsten Tag besorgte ich meine Aufnahmen, während Dr. Stigler neben seinen physiologischen Beobachtungen auch als Arzt ausserordentlich beschäftigt war. In jedem Lager meldeten sich nach unserer Ankunft viele Eingeborene mit leidenden Füssen, Fieber usw. und baten um Medizinen, so dass Dr. Stigler sich hier in Afrika einer ausgebreiteten Praxis erfreute und täglich 20 bis 30, mitunter sogar 40 Patienten zu behandeln hatte (Tafel 45).

Mit dem Häuptling von Kaketta wollten wir uns hauptsächlich über die Gebiete, deren Bereisung uns bevorstand, besprechen, konnten aber leider keinerlei Auskünfte von ihm erhalten. Um so grösser war

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