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Quer durch Uganda : eine Forschungsreise in Zentralafrika 1911/1912 / Rudolf Kmunke
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AM KUMI- ODER SALISBURY-SEE -

Ankunft am See I Ein standhafter Patient I Die Ueberfahrt I Feuerwerk für die Eingeborenen I Etwas über die Tropenhelme I Auf der Nilpferdjagd Afrikanische Sonnenuntergänge

Der Weg von Kumi nach dem Norden zieht sich durch flache Gras- und Buschsteppen, in denen das Vorkommen der Flöten­akazien immer häufiger wird, und führt nach vier Stunden nach Kuminyanza am südlichen Ufer des Kumi- oder Salisbury-Sees. Wir schlagen hier unser Kamp auf und werden von dem Häuptling und vielen seiner Eingeborenen begrüsst, wobei uns wieder die aus einem Schaf, Hühnern, Eiern und Milch bestehenden landesüblichen Geschenke überreicht werden. Der Salisbury-See ist an dieser Stelle einige Kilometer breit, weshalb Abeidi bereits in den Nachmittags­stunden mit der Einschiffung der Reit- und Tragtiere begann, die gleichzeitig mit einem Teil unserer Lasten auf je zwei mit Querhölzern verbundenen Einbäumen an das nördliche Ufer hinübergebracht wurden. Die Ueberbootung der Karawane hatten wir erst für den nächsten Morgen angesetzt.

Unter den Eingeborenen, die sich mit ihrem Häuptling vor meinem Zelte eingefunden hatten, erregte besonders einer unser Interesse, der ein Teratom, eine angeborene, walnussgrosse Missbildung an der Unterlippe hatte (Tafel 3 7). Da Dr.Stigler meinte,dass die Beseitigung dieser Missbildung eine interessante Operation wäre, die er gerne ausführen wolle, Hess ich den Eingeborenen er hiess Akolimeri durch den Häuptling fragen, ob er sich einer solchen Operation unter­ziehen würde. Nach langer Beratung erklärte er sich dazu bereit, und Dr. Stigler packte nun aus dem Medizinkoffer die nötigen Instrumente aus. Nach deren gründlichen Desinfiziernng begann er mit der ruhigen und sicheren Hand des Arztes die Missbildung von der inneren Lippen­haut loszulösen, wobei ich ihm nach bestem Laienkönnen Assistenten­dienste leistete. Nicht weniger als anderthalb Stunden sass der

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