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AUF DEM ELGON.
Der Aufstieg zum Krater / Das Lager im Kratergrund / Kältetemperaturen, von 10 - 14 Grad I Eine Winterlandschaft I Bergkrankheit / Die Südwest- und Nordostspitze I Auf dem Gipfel I Fauna und Flora I Die bisherigen Expeditionen/ Kaiser-Franz- Josef- und Jacksonspitze/ DerAbstieg I Ein Nachtlager im Urwald / Die Bergeingeborenen / Der Aberglaube der Kawirondo I Bei den Anthropophagen / Zurück nach Mbale.
Am nächsten Morgen wollten wir schon um 6 Uhr aufbrechen, der Abmarsch verzögerte sich aber um drei Stunden, da Dr. Seils, der uns begleitete, die ersten Anzeichen der Bergkrankheit verspürte. Es ging nun fortwährend steil bergauf durch freies Terrain, so dass wir ununterbrochen den Ausblick auf die vor uns sich erhebenden Elgonspitzen hatten. Die Vegetation wurde immer ärmlicher, nur wenige Bäume zeigten sich, die mit wirren grauen Bartflechten behangen waren, und auch Doldenblütler in Mannesgrösse und Gräser wuchsen noch in dieser Höhe. Die schöne Lobelia Stuhlmanni ist verschwunden — über 3000 m hinaus gedeiht sie nicht mehr — dafür ist aber da und dort die prächtige Lobelia Deckeni und die Senecio Johnstoni vertreten. Langsam nähern wir uns den steil abfallenden Felswänden einer Scharte, die in uns die Erinnerung an die schönsten hochalpinen Gegenden Tirols wachruft, und nach mühsamer Wanderung haben wir endlich die Felsspitze erreicht. Ein unvergesslicher und unvergleichlich schöner Ausblick öffnet sich hier. Vor uns liegt der fast kreisrunde Elgonkrater, dessen äusserer Rand von einer beinahe geschlossenen Kette starrer Felszinken gebildet wird, links von uns stürzen die Felsen nahezu senkrecht in eine enge Schlucht ab, um sich auf der gegenüberliegenden Seite ebenso steil, aber noch viel höher zu erheben (Tafel 13).
Vor uns liegt der riesige Krater, dessen Hintergrund von einer Wolkenmauer verhüllt ist, während die Sonne ihren Purpur in das Innere desselben streut. Zu Füssen des Berges brandet ein Meer von lichtem Grün und goldstrahlenden Gipfeln der Berge, im Westen und
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