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Quer durch Uganda : eine Forschungsreise in Zentralafrika 1911/1912 / Rudolf Kmunke
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AM FUSSE DES ELGON.

Die letzte Telegraphenstation I Im Anblick der Gebirgswelt I Trägersorgen Englische Gastfreundschaft I Vorbereitung für die Elgonbesteigung I Der Ab­marsch I Durch die Eingeborenendörfer I Einheimische Justiz / Der Aufstieg in die Felsen / Im Urwald / Die letzte Ansiedlung.

Ein dreieinhalbstündiger Marsch brachte uns am nächsten Tage nach Mbale, der am Südabhange des Kogonchoro gelegenen letzten englischen Station im Nordosten Ugandas. Eine gut gepflegte, von Gummibäumen beschattete Strasse führt durch die Niederlassungen der Eingeborenen an indischen Kaufläden und den Hütten der Askari vor­bei zum höchsten Punkte des Ortes, einer grossen Wiese, die uns vom Distriktskommissär Mr. Peryman, der uns entgegengekommen war, als Lagerplatz angewiesen wurde. Am Ende der Strasse liegt das Regierungsamtshaus (Borna) mit einer Askariwache und hinter ihm in kreisförmiger Anlage die hübschen, villenartigen Wohngebäude des Distriktskommissärs, seines Assistenten, des Arztes Dr. Lionel Seils und des Polizei-Offiziers. Jedes Haus steht in einer geschmackvollen Gartenanlage, und zwischen ihnen breitet sich gepflegter Rasen und sogar ein Tennisplatz aus.

Das Klima von Mbale in der Eingeborenensprache Karungu genannt ist trotz seiner 3800 Fuss hohen Lage über dem Meeres­spiegel sehr ungesund, und es ist namentlich die Malaria und die Beulenpest verbreitet, an der in den letzten Wochen nicht weniger als 150, im Verlaufe eines Jahres aber 3000 Eingeborene gestorben waren. Ich hatte auch Gelegenheit, das Pestspital in Mbale zu besich­tigen, eine einfache Strohhütte, in deren Nähe die an Pest Verstor­benen in seichte Gruben eingegraben werden. Nächtlicher Zeit werden sie von Hyänen, deren Geheul die ganze Nacht hörbar ist, ausgegraben und aufgefressen. Um so schöner ist aber das Land­schaftsbild, das sich von Mbale und namentlich von unserem Lager­platze aus bot. Im Norden steigt, knapp hinter dem Ort, der nach

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