AUFBRUCH DER KARAWANE.
Auf der Strasse nach Mbale I Mit Frau und Kind auf der Inspektionsreise Zwei Elefantenwilderer / In Jganga / Zwischen Bananen- und Gummiplantagen I Der Strassenbauingenieur / Leopardenbesuche / Durch den Mpologama-River/Ein Nachtmarsch beiMondlicht/Beginnder Berglandschaft.
Von Jinja aus marschierten wir zunächst in nordöstlicher Richtung. Alles war in bester Stimmung, besonders wir Europäer, da nun nach den sechs Wochen, die wir von unserer Heimat schon fern waren, endlich die eigentliche Safari (Reise) in ein Gebiet begann, in dem es keine Eisenbahn mehr gab, keine europäische Kultur, und in dem wir vollständig auf uns selbst angewiesen waren (Tafel 6). Der Weg führte uns auf ansteigendem Terrain durch Bananenanlagen, an vielen Eingeborenen-Niederlassungen entlang, wo uns Männer und Weiber mit einem kräftigen ,,Jambo!" begrüssten. Unsere wackeren Nairobiträger waren trotz der an 60 Pfund schweren Lasten auf ihren Köpfen und des rutschigen, durchweichten Bodens, der ein sicheres Gehen fast zur Unmöglichkeit machte, bei bester Laune und hörten nicht auf, zu singen und zu lärmen. Bei Eintritt des Abends erreichten wir die erste Station mit einem Rasthause. Wir benutzten dies jedoch nicht, sondern schlugen mitten auf der Strasse unsere eigenen Zelte auf. Schon um 5 Uhr morgens wurde zum Aufbruch geweckt, aber es währte noch zwei Stunden, bis sich unsere Karawane in Bewegung setzte, an deren Spitze ich selbst auf dem Maultiere ritt, das ich um den hohen Preis von 375 Rupien dem Postmeister in Jinja abgekauft hatte. Das Tier sollte aber dafür nach der Erklärung seines früheren Besitzers vollständig immun gegen den Stich der Tsetsefliege sein und war ausserdem auch ungemein stark und ausdauernd. Hinter mir marschierten vier Träger mit den Instrumenten für die kartographischen Aufnahmen. Ursprünglich beabsichtigte ich, schon von Jinja an eine genaue Karte des von unserer Expedition zu durchziehenden Gebietes anzufertigen, ich konnte diesen Plan aber erst von Mboa an — eine
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