XIX. KAPITEL
In den Urwald und zurück zum Lendü-Plateau.
Wie bereits früher erwähnt, hatte Lanyäbo, der Häuptling von Buessa, die Nachricht von unserem Kommen vorausgesandt. Auf seine Aufforderung traf der Häuptling Bilfppi von dem Distrikte Buänga bei uns ein, in dessen Gebiet wir unser nächstes Lager aufschlagen wollten, ein alter Mann mit spärlichem Barthaar, der sich eines ziemlich bedeutenden Einflusses erfreuen sollte. Auf die Frage, warum er so lange auf sich habe warten lassen, schützte er zuerst Krankheit vor, gab dann aber zu, dass andere Gründe ihn verhindert hätten. Zur selben Zeit nämlich, da wir ihn gerufen, habe ein gewisser Ndjäli ihn ebenfalls zu sich zitirt, und dieser Aufforderung sei er gefolgt, da er schon lange mit Ndjäli in Verbindung stände. Inzwischen habe er seinen Sohn beauftragt, uns aufzusuchen; dieser wäre aber aus Furcht zu Hause geblieben. Jetzt sei er von Ndjäli zurückgekommen und sofort zu uns gegangen. Auf die Frage, wer denn Ndjäli sei, und wo er wohne, gab er ihn als den Führer einer grossen Anzahl von Leuten an, unter denen es aber keine Weissen gebe. Sie kleideten sich in Baumwollenstoffe, trügen an den Füssen Holzpantoffeln, seien mit Gewehren bewaffnet und beschäftigten sich damit, Elfenbein zu sammeln. Die Ansiedelung Ndjälis sei in scharfen Märschen von seinem Orte aus am dritten Tage zu erreichen. Sie liege auf einer grossen Lichtung an einem kleinen Bache, rings von Bananenpflanzungen umgeben. Die Hütten seien theils rund, tlieils viereckig gebaut und hätten unten Lehmwände. Ndjälis Leute hätten auch eine ganze Anzahl von Waldbewohnern mit sich, die jedoch in ziemlich lockerem Verhältniss zu ihnen ständen. Ndjäli selbst habe in weitem Umkreise alle Leute von sich abhängig zu machen verstanden.
Im weiteren Verlaufe des Gesprächs wurde es uns klar, dass Bilfppi nur zu Ndjäli gegangen sei, um ihm unsern Anmarsch mitzutheilen. Ndjäli hatte ihn beauftragt, uns freundlich zu empfangen, denn, »wenn wir weisse Stoffe und Gewehre trügen, so gehörten wir zu seinen Freunden«.
Ueber den Weg befragt meinte er zunächst, dass die einzige für uns mögliche Route diejenige wäre, auf der Stanley gekommen, weil, wenn wir