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Mit Emin Pascha ins Herz von Afrika. Ein Reisebericht / mit Beiträgen v. Emin Pascha (d. i. Eduard Schnitzer), in seinem Auftr. geschildert v. Franz Stuhlmann. Im amtl. Auftr. d. Kolonial-Abth. des Auswärtigen Amtes hrsg. 2 Ktn v. R. Kiepert u. F. Stuhlmann, 2 Portr. u. 32 Vollbildern sowie 275 Textabb. nach Photogr. u. Skizzen des Verf. von W. Kuhnert u. a. T. 1.2 in 1 Bd
Entstehung
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IV. KAPITEL.

Durch Ugögo.

Als Major von Wissmann die Macht des Küstenaufstandes niedergeworfen hatte, erkannte er die Nothwendigkeit, mit einer grösseren Expedition die Sicher­heit auf der Haupt-Karawanenstrasse nach dem Innern wieder herzustellen und bei dieser Gelegenheit gleichzeitig einige grössere Wanyamwesi-Karawanen zu eskortiren, die mehrere Monate lang durch den Aufstand an der Küste zurück­gehalten worden waren. Er marschirte also durch das Küstengebiet bis nach Mpwäpwa, wo sich ursprünglich eine Station der deutsch-ostafrikanischen Gesell­schaft befand, die jedoch von Buschiri am 23. März 1889 überrumpelt und zerstört worden war. Auch die in der Nähe befindliche Station der Universities Missionary Society war von diesem Ueberfall nicht verschont geblieben. Bei der ausser­ordentlichen Wichtigkeit dieses Ortes als Knotenpunkt sämmtlicher von Dar-es- Ssalam, Bagamoyo und Ssadani in's Innere und zurück führenden Karawanen- strassen, die jährlich von mehr als 100 OOO Menschen begangen werden, hielt es Major von Wissmann für dringend geboten, daselbst einen befestigten Militär­posten zu errichten, der im Rohbau bereits am 19. Oktober 1889 fertiggestellt war. Hier war es auch, wo er durch Boten vom Victoria-Nyansa die überraschende Neuigkeit erfuhr, dass Stanley und Emih Pascha im Anmarsch seien. Zu ihrer Begrüssung liess er einen Offizier auf der neuerbauten Station zurück und setzte einen zweiten Offizier, Herrn Lieutenant von Medem, zum Kommandanten ein. Da dieser aber bereits nach einigen Monaten an Dysenterie verstarb, übernahm Herr von Bülow den Oberbefehl über die verwaiste Station. Die wesentlichen Aufgaben dieses Postens bestehen darin, eine Kontrolle über die Karawanen aus­zuüben und deren ungestörtes Vordringen in's Innere sicherzustellen.

Die Station liegt auf einer leichten Terrainwelle, nahe dem rechten Ufer eines Regenbaches, der nur wenige Monate im Jahre Wasser führt. Die weite Mulde von Mpwäpwa fällt nach Süd-Süd-Ost zu einem kleinen Teiche leicht ab, während sie im Norden von hohen, mit Felsblöcken besäten Bergen begrenzt wird. Der Boden ist abwechselnd von Latent und gelblichem Sande bedeckt. Wo ein Bach sein Bett gehabt hat, kann man deutlich sehen, dass unter dem