Druckschrift 
Mit Emin Pascha ins Herz von Afrika. Ein Reisebericht / mit Beiträgen v. Emin Pascha (d. i. Eduard Schnitzer), in seinem Auftr. geschildert v. Franz Stuhlmann. Im amtl. Auftr. d. Kolonial-Abth. des Auswärtigen Amtes hrsg. 2 Ktn v. R. Kiepert u. F. Stuhlmann, 2 Portr. u. 32 Vollbildern sowie 275 Textabb. nach Photogr. u. Skizzen des Verf. von W. Kuhnert u. a. T. 1.2 in 1 Bd
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

VORWORT.

JL/ie letzte Expedition Dr. Emin Paschas trug einen öffentlichen Charakter, deshalb fühlte ich mich verpflichtet auch öffentlich Rechenschaft abzulegen über die Erlebnisse und Ergebnisse des ganzen Unternehmens, zumal es meine Ansicht ist, dass eine Expedition nur dann ihre Aufgabe erfüllt hat, wenn sie die von ihr erreichten Resultate der allgemeinen Kenntniss zugänglich macht und so ihren Nachfolgern und der Wissenschaft gleichermassen von Nutzen ist. Sonst sinkt sie zu dem zweifelhaften Werthe der neuerdings Mode gewordenen Afrika- Touristenfahrten herab.

Bei der Abfassung des Berichtes wurde strengstens auf nüchterne und sach­liche Wahrhaftigkeit gehalten. In den Rahmen der Reisebeschreibung wurden auch die Beobachtungen über Ethnographie eingeschaltet, da ich der Meinung bin, dass gerade die Studien über Sitten und Gebräuche der Eingeborenen von grösstem Werth sind für Diejenigen, die als Kolonialbeamte diese Völker be­herrschen wollen. Wenn die nachfolgenden Blätter Anregung zu weiteren Studien in dieser Richtung und zur Verbesserung des von uns nur auf flüchtigem Durch­marsch gesammelten Materials dienen sollten, so wäre ihr Zweck zum grösseren Theil erfüllt. Wenn ferner meine geneigten Leser daraus von der Persönlichkeit des Leiters der Expedition, Dr. Emin Pascha, ein anschauliches Bild erhalten, so ist die Mühe reichlich gelohnt, die ich während meiner Urlaubszeit auf diesen Reisebericht verwandt habe. Bei der Eile, mit der wir die Gegenden unterwegs durchmessen mussten, bleibt vieles, ja das Meiste noch übrig zu thun. Dass daher auch bei der Ausarbeitung noch manche Mängel mit unterliefen, mögen die kritischen Leser dieses Buches verzeihen: die Zeit meines Urlaubs war nur sehr knapp im Verhältniss zu der Umfänglichkeit des Materials. Das noch un­verarbeitete wissenschaftliche Material der Expedition und anderer Forschungs-Ex­peditionen in Ost-Afrika, insbesondere Anthropologie, Ethnographie, Zoologie, Botanik und Meteorologie, wird in gesonderten Abhandlungen als Folgebände des gegenwärtigen ersten Bandes unter dem Sammeltitel Deutsch-Ost-Afrika, der Oeffentlichkeit übergeben werden.

Die Routenkarten, von der kundigen Hand des Herrn Dr. Kiepert konstruirt, werden in hoffentlich nicht zu langer Zeit erscheinen können. Das Material