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Porzellantassen aus arabischen Silberkannen ein guter Mokka serviert, dem sofort Mandelmilch und eisgekühlter Scherbet, eine mit Verwendung von Rosenwasser und Fruchtsäften hergestellte, widerlich süß schmeckende Limonade folgte. Gleichzeitig wurden vor uns auf flachen Schüsseln ganze Berge von Backwaren und Süßigkeiten aufgestellt, wie sie täglich frisch im Harem des Sultans zubereitet werden. Als Dessert wurde endlich Rosenöl gespendet, das der erste Diener des Sultans einem jeden von uns in das hingehaltene Taschentuch träufelte. Die Unterhaltung wurde naturgemäß fast ausschließlich zwischen dem Sultan und dem Reichskommissar Wissmann geführt, teils in arabischer Sprache, wobei der Dragoman des deutschen Generälkonsulats Dr. Reinhardt den Dolmetscher abgab, teils direkt in Kisua- heli, das sowohl der Sultan wie auch der Reichskommissar selbst zu sprechen verstanden. Zunächst entschuldigte sich Wissmann, daß er seine Aufwartung nicht bereits früher gemeinschaftlich mit den Konsularvertretern der Mächte habe machen können; unaufschiebbare Amtsgeschäfte hätten ihn damals in Bagamoyo festgehalten. Trotzdem sei sein Glückwunsch zur Thronbesteigung nicht minder aufrichtig; er wünsche dem Sultan eine glückgesegnete und recht lange Regierung, Weiter sprach der Reichskommissar sein Bedauern aus, baß er gezwungen sei, an der Festlandsküste gegen die dort aufständischen Landsleute des Sultans Krieg zu führen; er sei wahrlich kein Feind der Araber an sich; während seiner bereits hinter ihm liegenden zehnjährigen Afrikazeit habe er viele Araber kennen und schätzen gelernt, ja mit nicht wenigen sogar Freundschaft geschloffen. So sei es denn sein sehnlichster Wunsch, daß auch jetzt die Fest- landsaraber, die ganz gegen den Willen des Sultans noch immer dem deutschen Protektorat mit den Waffen in der