— 529 —
Einige Worte über die von Herrn C. G. Schillings in Ostafrika gesammelten Säugetiere.
Von
Professor Paul Matschie,
Kustos am Königlichen Zoologischen Museum zu Berlin.
Unter den Deutschen, die in Ostafrika gelebt haben oder noch leben, gibt es nicht wenige, die fest davon überzeugt sind, dasj die mehr und mehr fühlbare Abnahme des Wildbestandes im wesentlichen durch die Jagdexpeditionen und die wissenschaftlichen Sammler verursacht worden sei. Man hat ihnen erzählt, welche grotze Mengen von Antilopenfellen und Gehörnen in der Ausbeute dieser Reisenden enthalten waren, und in ehrlicher Entrüstung gaben sie ihrem Erstaunen darüber Ausdruck, daß solche Menschen im Bereich des Schutzgebietes geduldet werden tonnten.
So ist es auch C. G. Schillings gegangen, weil er es gewagt hat, eine Anzahl von Fellen, Gehörnen usw. an die Küste und von dort nach Europa zu schaffen. Man sagte ihm sogar auf Grund völlig verständnisloser Urteile nach, er habe in den von ihm besuchten Gegenden das Wild so ziemlich ausgerottet!
Schillings gilt als vorzüglicher Schütze, er ist in den Kreisen der Naturforscher als ein hervorragender Kenner des ostafrikanischen Wildes uud seiner Lebensgewohnheiten bewährt, und die von ihm heimgebrachten Sammlungen haben bewiesen, das; er es verstanden hat, in wissenschaftlicher Weise die Tierwelt zu erforschen. Wer seine Aufgabe so erust auffaszt, wird nicht zwecklos den Wildbestand schädigen und unnötigerweise mehr Tiere erlegen, als er dringend nötig hat.
Schillings hat einige vierzig Löwen und gegeu drei Dutzend Leoparden, sowie zahlreiche Hyänen, Schakale und anderes Raubzeug zur Strecke gebracht; dieses Raubzeug würde innerhalb eines einzigen Jahres mehr Wild vernichtet haben, als er für seine Sammlungen abgeschossen hat.
C, G, Sqilli u.1S, Mit Blitzlicht und Büchse, 34